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Kreislaufwirtschaft


GS1 Standards als Basis für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft

Im globalen Supply Chain und Life Cycle Management ist die Kreislaufwirtschaft (engl. «Circular Economy», CE) eines der grossen Ziele der Zukunft. Sie ist weltweit ein strategisch bedeutendes Thema, um die ökologischen Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte meistern zu können. Ein nachhaltiger Wandel hin zur Kreislaufwirtschaft im grossen Massstab kann allerdings nur stattfinden, wenn Waren-, Werte- und Informationsströme eindeutig identifiziert werden sowie Daten strukturiert sind und über globale und offene Standards ausgetauscht werden. 


Gemäss Definition der Ellen MacArthur Foundation, einer gemeinnützigen Organisation, die sich die Förderung der Kreislaufwirtschaft zum Ziel gesetzt hat, zielt eine Kreislaufwirtschaft darauf ab, Wachstum neu zu definieren und sich auf einen positiven gesellschaftsweiten Nutzen zu konzentrieren. Dazu gehören die allmähliche Entkopplung der Wirtschaftstätigkeit vom Verbrauch endlicher Ressourcen und die Vermeidung der Produktion von Abfällen.

Unterstützt durch einen Übergang zu erneuerbaren Energiequellen, baut das Kreislaufmodell wirtschaftliches, natürliches und soziales Kapital auf. Es basiert auf drei Prinzipien:

  • Reduktion von Abfall und Umweltverschmutzung
  • Produkte und Materialien in Gebrauch halten
  • Natürliche Systeme regenerieren

Der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft bedeutet nicht nur Anpassungen, die darauf abzielen, die negativen Auswirkungen der linearen Wirtschaft zu verringern. Vielmehr stellt er einen systemischen Wandel dar, der langfristig grössere Stabilität in den  Wertschöpfungsnetzwerken aufbaut, geschäftliche und wirtschaftliche Möglichkeiten schafft und ökologische und gesellschaftliche Vorteile bietet.

Die Rolle von GS1 in der Kreislaufwirtschaft

Das Modell der Kreislaufwirtschaft impliziert ein Überdenken der Produktions-, Verteilungs- und Konsummodelle. Daten in hoher Qualität sind für die Umsetzung des Konzepts von zentraler Bedeutung. Noch wichtiger in diesem Konzept der «unendlichen Liefernetzwerke» ist jedoch die gemeinsame Nutzung der Daten über Unternehmens-grenzen hinweg. Ein nachhaltiger Wandel hin zur Kreislaufwirtschaft kann nur stattfinden, wenn Daten zu Ressourcen und deren Prozessen strukturiert sind und über globale und offene Standards wie jene von GS1 ausgetauscht werden.

Nur mit standardisierten Daten kann beispielsweise der von der EU im Rahmen des Green Deal angestrebte digitale Produktpass realisiert werden. Der Pass soll alle wichtigen Umwelt- und Materialdaten im Lebenszyklus eines Produkts oder einer Dienstleistung enthalten und wird über alle Herstellungsschritte aktualisiert und ergänzt. Die Verwendung einer gemeinsamen Sprache (gemeinsame Semantik, Ontologien, Taxonomien) ist die einzige Möglichkeit, die vom Konzept der Kreislaufwirtschaft benötigte Effizienz zu erreichen, und nur so kann das Konzept über alle Wertschöpfungsnetzwerke hinweg realisiert werden. Das GS1 System bietet eine offene, gemeinsame Sprache und ist somit für die Umsetzung der Kreislaufwirtschaft geeignet.

Kreislaufwirtschaft

Kreislaufwirtschaft und Standards in der Schweiz

Die Schweiz als rohstoffarmes Land kann bereits heute einige gute Ansätze einer Kreislaufwirtschaft verbuchen. Um herauszufinden, wo die Schweiz bezüglich Kreislaufwirtschaft steht und welches Potenzial GS1 Standards für die Wirtschaft haben könnten, hat GS1 Switzerland eine Gruppe von auserlesenen Unternehmen aus den Branchen Konsumgüter/Retail, Gesundheitswesen, Technische Industrien sowie Transport und Logistik befragt. Das daraus entstandene „White Paper Kreislaufwirtschaft – Positionspapier von GS1 Switzerland für eine effiziente und transparente Kreislaufwirtschaft in der Schweiz“ wurde im April 2021 publiziert und gibt einen Überblick über das Verständnis von Kreislaufwirtschaft.

Es zeigt auf, weshalb Standards und im Speziellen GS1 Standards für das Gelingen zentral sind und wie Schweizer Unternehmen der Kreislaufwirtschaft gegenüber eingestellt sind. Anwendungsbeispiele sollen den Nutzen von  Kreislaufwirtschaft zudem für die Leserschaft greifbar machen. 

Das White Paper dient ausserdem als Grundlage, auf der Massnahmen zur Förderung der Kreislaufwirtschaft in der Schweiz aufgebaut werden sollen. GS1 Switzerland sieht vor, gemeinsam mit Mitgliedern und weiteren Stakeholdern ein Netzwerk aufzubauen, das die Umsetzung der Kreislaufwirtschaft fördert und aufzeigt, wie die GS1 Standards zugunsten der Kreislaufwirtschaft eingesetzt werden können.