HC Swiss DAP

GS1 Switzerland plant das bestehende Lösungsportfolio um eine Produktdatenaustausch-plattform für Stammdaten zu erweitern. Die Datenaustauschplattform soll allen Teilnehmern die Möglichkeit bieten, vertrauenswürdige Produktstammdaten über die Plattform auszutauschen. Über verschiedene Kanäle stellen die Datensender den Datenempfängern aktuelle, vollständige und korrekte Stammdaten «from the source» zur Verfügung. 

In der Fokusbranche Gesundheitswesen findet ein Use Case statt. Dies mit dem Ziel, eine gemeinsame Basis für die künftige Branchenlösung zum Austausch von Produkt-stammdaten im Schweizer Gesundheitswesen zu schaffen. «HC SWISS DAP» ist die Bezeichnung für den Use Case und steht für Schweizer Datenaustauschplattform im Gesundheitswesen. 

Kontakt
Marc Schneider
Director of Development & Operation

Im Rahmen der aktuellen Strategie 2022+ verfolgt GS1 Switzerland das Ziel, den Marktteilnehmern eine Plattform zu bieten, auf welcher Produktstammdaten bereitgestellt und ausgetauscht werden können.

GS1 Switzerland stuft die Wichtigkeit aktuelle, korrekte und vollständige Daten bereitzustellen, aber auch auszutauschen, als hohe Priorität ein. Mit unserem leistungsfähigen Partner «Bayard» nähern wir uns dem gesetzten Ziel ein grosses Stück.

Das Vorhaben wird zudem durch die Organisationen SWISS MEDTECHH+ und refdata gestützt. Mit dem gemeinsamen Ziel das Schweizer Gesundheitswesen mit aktuellen, korrekten, vollständigen Produktedaten nach dem «once only-Prinzip» zu versorgen, wurde ein Lenkungsausschuss initiiert. Zusammen stellen die Organisationen sicher, dass die Datenaustauschplattform breit im Markt abgestützt wird.

Die Fachgruppe SCM VMO unterstützt das Projekt

Die Fachgruppe SCM VMO, welche die Grundsätze der Digitalisierung – gemeinsame Semantik, gemeinsame Standards und Interoperabilität – im Fokus hat, unterstützt das Vorhaben von Beginn an. Hersteller von Medizinprodukten und Spitäler aus der ganzen Schweiz setzen den Startschuss, indem sie sich aktiv am Use Case «HC SWISS DAP» beteiligen und das Vorhaben damit im Markt implementieren. Die gewonnenen Erkenntnisse helfen, die Plattform-Funktionalitäten weiter zu optimieren und die Implementierungszeit für Folgeunternehmen deutlich zu verkürzen.  

Use Cases und nächste Schritte

Die Fachgruppe SCM VMO hat sich für eine gemeinsame Umsetzung entschieden und steht geschlossen hinter dem Vorhaben.
Um dies zu festigen, wird ein gemeinsamer LOI aufgesetzt und unterzeichnet.

An den Excellence Days vom 8./9. Juni 2022 wurde das Vorhaben einem breiten Publikum erstmals öffentlich vorgestellt. Die Präsentation gab den Anwesenden einen umfassenden Überblick über die geplante Datenaustauschplattform und die Grundfunktionen.

Der Solution-Provider Bayard, auf dessen Technologie die Plattform aufgebaut wird, hat sich und den Lösungsansatz ebenfalls vorgestellt. Peter Biedermann, Direktor Swiss Medtech, betonte nochmals die Wichtigkeit für die gesamte Schweizer Medizintechnikbranche. Die Digitalisierung als Chance sieht der Verband sehr klar.
Im kürzlich vorgestellten Zielbild «MEDTECH-STANDORT SCHWEIZ 2030» skizziert Swiss Medtech einen Weg, wie die Schweiz ihre Attraktivität als Medtech-Standort dauerhaft stärken kann. Insbesondere im Handlungsfeld «Digitalisierung» werde dem Vorhaben Rechnung getragen.

Die Spitäler Luzerner KantonsspitalInselspitalKantonsspital Winterthur und Hirslanden stellen sich für die erste Umsetzungsphase mit dem Ziel der Vollintegration als Datenempfänger zur Verfügung. In der zweiten Phase werden die Datenbereitsteller Medartis AGB. Braun SchweizMathys AG und Cosanum AG in die Datenaustauschplattform integriert.

Erklärung

Die Basis für den gegenseitigen Datenaustausch nach dem «once only-Prinzip» bildet dabei eine Plattform, auf welcher Hersteller ihre Produktstammdaten direkt aus ihren Systemen bereitstellen. Diese Produktstammdaten können von allen angeschlossenen Unternehmen (Datenempfängern) bezogen werden. Die Daten werden auf der Plattform vorgehalten, verifiziert und für die definierten Marktteilnehmer zur Verfügung gestellt.
Auch können die Daten mit weiteren Datenbanken geteilt werden:

UDI Daten

Die Medical Device Regulation MDR verpflichtet die Hersteller von Medizinprodukten, die Daten über sich und über ihre Produkte für Europa in der EUDAMED zu speichern. Medizingeräte, die in den USA angeboten werden, müssen vorher in der Produktdatenbank (GUDID) der FDA elektronisch registriert sein.

Um validierte Produktinformationen elektronisch zu registrieren ist mehr notwendig als deren technische Bereitstellung. Hier bedarf es eigene Prozesse, Organisation und Systeme zu etablieren, welche die Aktualität und Qualität der Daten nachhaltig sicherstellen. Die zukünftige Plattform soll die Registrierung Ihrer Produkte in den UDI-Datenbanken gewährleisten. Sei es in den USA die GUDID, in Europa die EUDAMED oder dereinst in der Schweiz die MDDB (Medical Device Data Base) NHS:

Zur Verbesserung der Supply Chain, verlangt der National Health Service (NHS), der größte Käufer von Medizinprodukten in Grossbritannien und Nordirland, dass Produktdaten von Geräten elektronisch über das Global Data Synchronization Network (GDSN) bereitgestellt werden. Dies ist zwar keine regulatorische Anforderung, aber es ist für jedes Geräteunternehmen, das seine Produkte in Großbritannien vermarktet, unerlässlich zu verstehen und zu beachten. Mit Hilfe der Plattform nehmen Sie auch diese Hürde.

Implantat-Register

Um Implantate schnell und effizient zu verfolgen, ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass die Produkte im niederländischen Implantat-Register (LIR) oder dem schweizerischen Implantat-Register (SIRIS) gemeldet sind.

GS1 GDSN

Das GS1 GDSN hilft Ihnen, Ihre Daten in einem standardisierten und automatisierten Prozess an viele Ihrer nationalen und internationalen Kunden zu liefern.

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