Ausgangslage
Vor rund eineinhalb Jahren startete KWC den Aufbau eines zukunftsfähigen, ambitionierten und marktorientierten Produktdatenmanagements. Innerhalb kurzer Zeit konnten bereits grosse Fortschritte erzielt werden, und die Optimierungen stiessen im Markt auf positive Resonanz. Gleichzeitig zeigte sich früh, dass für den zukünftigen Digitalen Produktpass (DPP) wichtige und relevante Daten fehlen würden. «Bereits zu diesem Zeitpunkt hatten wir das Gefühl, dass uns für den DPP entscheidende Daten fehlen werden.», erinnert sich Sarah Lötscher, Leiterin Produktdatenmanagement
Herausforderung
Die Produktdaten von KWC sind heute auf mindestens fünf verschiedene Systeme verteilt. Für den Digitalen Produktpass müssen sämtliche Informationen maschinenlesbar verfügbar sein, eindeutig einem Erfassungsort zugeordnet und über definierte Schnittstellen ausgetauscht werden. Die grösste Herausforderung liegt bei fehlenden Umwelt- und Nachhaltigkeitsdaten – insbesondere bei der Materialzusammensetzung und den Environmental Product Declarations (EPDs). Dies erfordert Anpassungen der Prozesse, Datenflüsse und organisatorischen Verantwortlichkeiten.
Lösungsansatz durch Solution Partner
Der Einstieg erfolgte pragmatisch mit einer Excel-Tabelle, welche die benötigten und fehlenden Daten transparent aufzeigte. Durch die Zuordnung der Informationen zu den jeweiligen Quellsystemen wurden Abhängigkeiten, Schnittstellen und Optimierungspotenziale sichtbar. Diese Transparenz machte deutlich: Ein gutes Datenmanagement allein genügt nicht für einen Digitalen Produktpass – denn nur vorhandene Daten können auch genutzt werden.
Die Umsetzung
Die zentrale Erkenntnis bei KWC: Es fehlen deutlich mehr Daten als ursprünglich erwartet. Gleichzeitig wurde transparent, welche Informationen fehlen und an welchen Stellen sie künftig erhoben werden müssen. Als nächste Schritte definiert KWC die erforderlichen Zeithorizonte, bildet die Datenlandschaft systematisch ab und passt Prozesse an. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der aufwendigen Erhebung der EPD-Daten. Der DPP schafft damit Transparenz und bildet die Grundlage für datenbasierte Entscheidungen. Auf technischer Seite entwickelte buildup auf Basis der Excel-Daten eine DPP-Webseite. Da KWC bereits GTINs für seine Produkte nutzt, konnte zusätzlich ein 2D-Code mit GS1 Digital Link implementiert werden, über den der Digitale Produktpass direkt aufgerufen wird.
Resultat, Ausblick
Im nächsten Schritt gilt es, die fehlenden Daten zu erarbeiten und die bestehenden Systeme so miteinander zu vernetzen, dass ein durchgängiger Datenfluss als Single Source of Truth bis zum Digitalen Produktpass entsteht. Für KWC ist der DPP jedoch weit mehr als eine regulatorische Pflicht. Er eröffnet neue Möglichkeiten, Endkundinnen und Endkunden besser kennenzulernen und zusätzliche Absatzpotenziale zu erschliessen – beispielsweise über direkte Verlinkungen zu Ersatzteilen, Cross-Selling-Angeboten oder ergänzenden Services. Ziel ist es, den Nutzerinnen und Nutzern ein durchgängiges, komfortables und überzeugendes Produkterlebnis mit KWC zu bieten.
GS1 stellt Standards und Werkzeuge bereit, welche die Anforderungen des DPP direkt unterstützen. Dadurch müssen Solution Partner und Inverkehrbringer regulatorische Vorgaben nicht eigenständig interpretieren oder technisch umsetzen. Die Kombination aus GS1 Standards, 2D-Code und GS1 Digital Link schafft eine harmonisierte, zukunftsfähige, flexible und sichere technische Grundlage für den Digitalen Produktpass.
KWC Group AG Nutzen
Der Leistungsempfänger wird kompetent, effizient und sicher durch den Transformationsprozess begleitet. Das Ergebnis ist ein gesetzeskonformer DPP, der die regulatorischen Anforderungen erfüllt und gleichzeitig den administrativen Aufwand reduziert. Darüber hinaus schafft der Digitale Produktpass die Grundlage für neue digitale Geschäftsmodelle und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit. Unternehmen können sich dadurch auf die strategischen Chancen der Digitalisierung konzentrieren und ihre Marktposition nachhaltig weiterentwickeln.