DPP, Digital Link, GTIN

Success Story 
ISA bodywear 

Von den Rohdaten zum digitalen Produktpass in wenigen Sekunden  

Ausgangslage
ISA bodywear (ISA SALLMANN AG), ein 1849 gegründeter Schweizer Bodywear-Hersteller, ist gemäss der EU-Verordnung über die umweltgerechte Gestaltung nachhaltiger Produkte (ESPR) direkt verpflichtet, für jedes Produkt einen digitalen Produktpass auszustellen, sobald die textilspezifischen Anforderungen verbindlich werden. Mit einem strukturierten ERP-System und einem bestehenden Artikelstamm verfügte ISA bereits über eine gute Datengrundlage. Um die automatisierte Erstellung des digitalen Produktpasses zu prüfen, fehlte jedoch eine Plattform, die mit den vorhandenen Daten arbeiten konnte – ohne dass dafür ein umfassendes IT-Integrationsprojekt notwendig war.  

Herausforderung
Zu Beginn des Projekts war die ESPR komplex, mehrphasig und in wesentlichen Punkten noch nicht vollständig definiert. Gefragt war deshalb ein flexibler Ansatz, der sich an neue Anforderungen anpassen lässt, statt eine starre Lösung vorzugeben. Frühzeitig zu handeln, war für ISA trotz kurzer Saisonzyklen und knapper Margen eine bewusste strategische Entscheidung.
Da die Produktdaten bereits in einem einzigen ERP-System gebündelt waren, hatte ISA eine gute Ausgangslage. Ein maschinenlesbarer, mit GS1 verknüpfter digitaler Produktpass lässt sich jedoch nicht einfach aus einem ERP-System ausgeben. Eine solche Lösung von Grund auf zu entwickeln, hätte Monate an individueller Entwicklungsarbeit erfordert.

Lösungsansatz durch Solution Partner

Prodigita, eine Schweizer DPP-Plattform und GS1 Solution Partner, konnte den ERP-Export von ISA direkt einlesen – ein massgeschneiderter Konnektor war nicht erforderlich. Die schemaunabhängige Engine ordnete die vorhandenen Daten den Anforderungen der ESPR zu, identifizierte fehlende Angaben und unterstützte deren Ergänzung. Anschliessend wurden die Daten validiert und angereichert, die relevanten Ökodesign-Eigenschaften berechnet und die digitalen Produktpässe über eine GS1 Digital Link-URI veröffentlicht. Für jeden Pass wurde automatisch ein scanbarer QR-Code erstellt. 

Die Lösung ist auch für den nächsten Schritt ausgelegt: Über automatisierte Konnektoren kann die Plattform direkt an ERP- oder PLM-Systeme angebunden werden. Unternehmen können damit von manuellen Exporten auf automatisierte Datenfeeds umsteigen, ohne die bestehende Verarbeitungskette anpassen zu müssen. 

Die Umsetzung
ISA exportierte den Artikelstamm der Caminada-Herrenkollektion mit 20 Artikelvarianten als einfache Tabellenkalkulation. Ein massgeschneiderter Konnektor war nicht erforderlich. Prodigita ordnete die Spalten dem Keystone DPP Textile Schema zu und identifizierte dabei automatisch vorhandene, ableitbare und fehlende Felder.
Fehlende Pflichtangaben, beispielsweise zur Materialzusammensetzung oder zu den verantwortlichen Akteuren, wurden gezielt ergänzt und anschliessend anhand der ESPR-Anforderungen validiert. In einem KI-gestützten Anreicherungsschritt konnten weitere Angaben automatisch abgeleitet werden. Die Plattform berechnete zudem vier Ökodesign-Eigenschaften pro Produkt. Für jeden freigegebenen Produktpass wurde eine GS1 Digital Link-URI erzeugt, die auf der bestehenden GTIN von ISA basiert. Zusammen mit der URI wurde automatisch ein scanbarer QR-Code erstellt. So wurde aus den vorhandenen Produktdaten ein digitaler, eindeutig adressierbarer Produktpass.

Resultat, Ausblick
ISA konnte innerhalb weniger Sekunden aus einem Rohdatenexport aus dem ERP funktionsfähige und scanbare digitale Produktpässe für 20 reale Artikelvarianten erstellen. Der Prozess wurde am 18. Juni 2026 auf der Bühne der GS1 Excellence Days demonstriert. Die gleiche Pipeline lässt sich auf 10'000 Artikelvarianten skalieren – in weniger als zwei Minuten. Damit verfügt ISA über einen wiederholbaren Weg zur Vorbereitung auf die ESPR-Anforderungen für seine bestehenden GTINs, ohne kundenspezifische Entwicklung und ohne ein eigenes Spezialistenteam. Gleichzeitig zeigt die Lösung transparent auf, welche Produktdaten noch fehlen und welche Angaben von Lieferanten ergänzt werden müssen.

Die schemaunabhängige Engine von Prodigita liest den ERP-Export von ISA ohne massgeschneiderten Konnektor ein und ordnet die Daten dem Keystone DPP Textile Schema sowie den ESPR-Anforderungen zu. Fehlende Angaben werden identifiziert, Daten validiert und angereichert sowie die relevanten Ökodesign-Eigenschaften automatisch berechnet. Jedes Produkt wird als GS1 Digital Link-Produktpass veröffentlicht und über die bestehende GTIN (EAN-13) von ISA adressiert. Die URI wird mit validierter Prüfziffer erstellt, in einen QR-Code eingebettet und über den GS1-konformen Resolver von Prodigita bereitgestellt.

ISA bodywear Nutzen

ISA hat innerhalb weniger Sekunden den Schritt vom Rohdatenexport aus dem ERP zum verfügbaren und scanbaren digitalen Produktpass für 20 reale Artikelvarianten geschafft – ohne massgeschneidertes IT-Projekt, ohne Neuregistrierung bestehender GTINs und ohne eigenes Spezialistenteam.
Die gleiche Pipeline kann 10'000 Artikelvarianten in weniger als zwei Minuten verarbeiten. Aus einer komplexen ESPR-Spezifikation mit mehr als 100 Feldern entsteht so eine übersichtliche Darstellung der noch fehlenden Angaben und der dafür verantwortlichen Stellen. Über einen einzigen Scan können Verbraucherinnen und Verbraucher, Prüfer und Recyclingunternehmen auf die relevanten Produktinformationen zugreifen. Gleichzeitig bleibt jeder Wert bis zur ursprünglichen Quelldatei zurückverfolgbar.