Projekt firstbase healthcare

In der Fokusbranche Gesundheitswesen definiert GS1 Switzerland gemeinsam mit unterschiedlichen Vertretern der Branche einen Use Case. Dies mit dem Ziel, eine gemeinsame Basis für die künftige Branchenlösung zum Austausch von Produktstammdaten zu schaffen. «HC Swiss DAP» sorgt dafür, dass die relevanten Informationen ohne grossen Aufwand zwischen allen Stakeholdern im Schweizer Gesundheitswesen ausgetauscht werden können. 

Die neue Datenaustauschplattform wird allen Teilnehmenden die Möglichkeit bieten, vertrauenswürdige Produktstammdaten auszutauschen. Über verschiedene Kanäle stellen die Datensender den Datenempfängern aktuelle, vollständige und korrekte Stammdaten «from the source» zur Verfügung.

Mit dem erfahrenen Technologiepartner Bayard aus Köln hat GS1 Switzerland die Implementierung gestartet und wird in den kommenden Monaten auf Basis der «byrd» Plattform die GS1 Switzerland Datenaustauschplattform realisieren. 

Der Use Case «HC Swiss DAP» trägt dazu bei, dass das Schweizer Gesundheitswesen mit aktuellen, korrekten und vollständigen Produktedaten nach dem «once only-Prinzip» versorgt wird. Dazu wurde ein Lenkungsausschuss initiiert, der zusammen mit weiteren Vertretern aus dem Gesundheitswesen sicherstellt, dass die Datenaustauschplattform den Bedürfnissen aller Beteiligter entspricht und im Markt akzeptiert wird.

Der Lenkungsausschuss, bestehend aus  SWISS MEDTECHH+, refdata und GS1 Switzerland engagiert sich in folgenden Themen:

  • Entwicklung einer Branchenlösung für den elektronischen und automatisierten Austausch von Stammdaten von Medizinprodukten im Schweizer Gesundheitswesen
  • Kommunikation und Förderung der Lösung im Markt
  • Nutzenstiftende Lösungen für die jeweiligen Mitglieder.


Die Fachgruppe SCM VMO unterstützt das Projekt

Die Fachgruppe SCM VMO, welche die Grundsätze der Digitalisierung – gemeinsame Semantik, gemeinsame Standards und Interoperabilität – im Fokus hat, unterstützt das Vorhaben von Beginn an. Hersteller von Medizinprodukten und Spitäler aus der ganzen Schweiz setzen den Startschuss, indem sie sich aktiv am Use Case «HC SWISS DAP» beteiligen und das Vorhaben damit im Markt implementieren. Die gewonnenen Erkenntnisse helfen, die Plattform-Funktionalitäten weiter zu optimieren und die Implementierungszeit für Folgeunternehmen deutlich zu verkürzen.  

 

Unterstützende Unternehmen

Folgende Spitäler unterstützen das Vorhaben und stellen sich für die erste Umsetzungsphase mit dem Ziel der Vollintegration als Datenempfänger zur Verfügung:

 

Von Seiten Industrie unterstützen folgende Unternehmen die geplante Datenaustauschplattform:

Ausblick


Weitere Testuser werden auf die Plattform gebracht. Die vier Spitäler Hirslanden, Inselspital, Kantonsspital Winterthur und das Luzerner Kantonsspital definieren die ersten Lieferanten, welche ihre Produktstammdaten auf der Plattform veröffentlichen können. Es folgen weitere begleitete Onboarding-Webinare mit den Testusern.

Die geplante Plattform von GS1 Switzerland wird unter dem Namen firstbase veröffentlicht.

Aktueller Stand


November 2022

Die Testumgebung wird in Betrieb genommen. Die Use Case Organisationen erhalten ihre Logins und können die Plattform erkunden. In zwei Online-Meetings erhalten die Testuser einen ersten Einblick in die Plattform.

Oktober 2022

In etlichen Abstimmungsmeetings haben sich die Datenempfänger und Datensender auf ein gemeinsames Zielmarktprofil Gesundheitswesen Schweiz geeinigt. Dieses wird nun als Basis für die geplante Datenaustauschplattform verwendet und in die neue Lösung eingearbeitet. Sobald diese Arbeiten abgeschlossen sind, werden die ersten Datensender ihre Daten via Datenaustauschplattform den Datenempfängern zur Verfügung stellen können. Dabei werden die Use Case teilnehmenden Organisationen von GS1 Switzerland und Bayard eng begleitet und unterstützt.

September 2022

Weitere Organisationen sichern ihre Unterstützung zu. GS1 Switzerland wird als lizensierter GDSN-Datenpool in die Liste der Datenpools aufgenommen.

Juli 2022

Im Zielbild «MEDTECH-STANDORT SCHWEIZ 2030» skizziert Swiss Medtech einen Weg, wie die Schweiz ihre Attraktivität als Medtech-Standort dauerhaft stärken kann. Insbesondere im Handlungsfeld «Digitalisierung» der verfassten Strategie von Swiss MedTech, werde dem Vorhaben Rechnung getragen.

Juni 2022

Die Fachgruppe SCM VMO hat sich für eine gemeinsame Umsetzung entschieden und steht geschlossen hinter dem Vorhaben.
Um dies zu festigen, wird eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet.

An den Excellence Days vom 8. und 9. Juni 2022 wurde das Vorhaben einem breiten Publikum erstmals öffentlich vorgestellt. Die Präsentation gibt den Anwesenden einen umfassenden Überblick über die geplante Datenaustauschplattform und die Grundfunktionen.

Der Solution-Provider Bayard, auf dessen Technologie die Plattform aufgebaut wird, hat sich und den Lösungsansatz ebenfalls vorgestellt. Peter Biedermann, Direktor Swiss Medtech, betonte nochmals die Wichtigkeit für die gesamte Schweizer Medizintechnikbranche. Die Digitalisierung als Chance sieht der Verband sehr klar.

Die ersten Spitäler und Unternehmen der Medizinbranche unterstützen das Vorhaben und stellen sich für die Umsetzungsphase zur Verfügung.


Die Plattform kurz erklärt

Die Basis für den gegenseitigen Datenaustausch nach dem «once only-Prinzip» bildet eine Plattform, auf welcher Hersteller ihre Produktstammdaten direkt aus ihren Systemen bereitstellen. Diese Produktstammdaten können von allen angeschlossenen Unternehmen (Datenempfängern) bezogen werden. Die Daten werden auf der Plattform vorgehalten, verifiziert und für die definierten Marktteilnehmer zur Verfügung gestellt. Auch können die Daten mit weiteren Datenbanken geteilt werden.

UDI Daten

Um validierte Produktinformationen elektronisch zu registrieren ist mehr notwendig als deren technische Bereitstellung. Hier bedarf es eigene Prozesse, Organisation und Systeme zu etablieren, welche die Aktualität und Qualität der Daten nachhaltig sicherstellen. Die Medical Device Regulation MDR verpflichtet Hersteller von Medizinprodukten, die Daten über sich und ihre Produkte für Europa in der EUDAMED zu speichern. Medizingeräte, die in den USA angeboten werden, müssen vorher in der Produktdatenbank (GUDID) der FDA elektronisch registriert sein.

Die zukünftige Plattform wird die Registrierung Ihrer Produkte in den UDI-Datenbanken gewährleisten. Sei es in den USA die GUDID, in Europa die EUDAMED oder dereinst in der Schweiz die swissdamed (Swiss Database on Medical Devices).

Implantat-Register

Um Implantate schnell und effizient zu verfolgen, ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass die Produkte im niederländischen Implantat-Register (LIR) oder dem schweizerischen Implantat-Register (SIRIS) gemeldet sind. Auch diese Register können künftig über die Plattform bedient werden.

GS1 GDSN

GS1 GDSN (Global Data Synchronization Network) hilft Ihnen, Ihre Daten in einem standardisierten und automatisierten Prozess an viele Ihrer nationalen und internationalen Kunden zu liefern. Zur Verbesserung der Supply Chain, verlangt der National Health Service (NHS), der größte Käufer von Medizinprodukten in Grossbritannien und Nordirland, dass Produktdaten von Geräten elektronisch über GDSN bereitgestellt werden. Dies ist zwar keine regulatorische Anforderung, aber es ist für jedes Geräteunternehmen, das seine Produkte in Großbritannien vermarktet, unerlässlich zu verstehen und zu beachten. Mit Hilfe der Plattform nehmen Sie auch diese Hürde.

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