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Von Pflichtenheften und Killerkriterien

Der Begriff «Pflichtenheft» ist allgemein gebräuchlich. Lange nicht alle sind sich jedoch bewusst, dass dahinter ein Stück Theorie steckt, dessen Umsetzung die Praxis ungemein erleichtert. Erwin Lötscher vermittelt die entsprechenden Inhalte für GS1.

«Welches war vor der Entdeckung des Mount Everest der höchste Berg der Welt?» Die Frage sorgt unter den Studierenden des Supply- Chain-Manager-Lehrgangs für Irritation. Dabei ist die Antwort bestechend einfach: natürlich der Mount Everest!
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Weckdienst

«Mit solchen Einstiegsfragen kann man die Herrschaften nach einer gemütlichen Mittagspause sofort wieder ‹auf Zack› schalten», erläutert Erwin Lötscher. Tricks wie dieser gehören zum Repertoire des lebhaften Dozenten. Für die GS1 unterrichtet er seit 2010 das Modul«Pflichtenheft» an SCM- und Logistikleiter-Klassen. Er verfügt über eine riesige Erfahrung in den unterschiedlichsten Schulungssituationen.«Ich habe sehr viele Kurse und Schulungen im IT-Bereich unterrichtet, auch im Auftrag verschiedener Bildungsinstitutionen. Unabhängig von den Themen kommt es stark darauf an, dass man es versteht, die Leute dort abzuholen, wo sie stehen. Dann kann man auf vorhandenem Wissen auf bauen.»
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Autokauf

Für das Modul Pflichtenheft bedeutet dies, dass Lötscher mit einem Beispiel aus dem privaten Bereich der Teilnehmenden einsteigt. Sie sollen sich vorstellen, dass ein Autokauf ansteht und ihre Kriterien formulieren. Sofort wird deutlich, wie heterogen diese Kriteriensammlungen ausfallen – unterschiedliche Bedürfnisse führen zu verschiedenen Anforderungen. Es wird aber auch klar, dass die Kriterien selbst unterschiedliche Gewichtungen aufweisen. Es gibt Killer-, Soll-und Kann-Kriterien. «Und damit sind bereits wichtige Unterscheidungen gemacht», sagt Lötscher.
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Lastenheft

«Was man zusammenträgt, wenn man überlegt, welche Anforderungen ein künftiges Auto erfüllen soll, entspricht vereinfacht der Vorgehensweise zu einem Lastenheft», erläutert er. «In der Wirtschaft beschreibt es die Forderungen eines Auftraggebers an die Lieferungen und Leistungen eines Auftragnehmers. Es wird für die Ausschreibung verwendet und geht an potenzielle Lieferanten.»Diese erstellen dann den Lösungsvorschlag und halten den Aufwand fest. Beides sind Bestandteile des Pflichtenhefts. Dieses beschreibt, wie der Auftragnehmer die im Lastenheft formulierten Anforderungen konkret zu erfüllen gedenkt.«Nach dem Angebotseingang dient das Lastenheft dann der professionellen Analyse und unterstützt die Entscheidungsfindung.»
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Tag 1

Nach dem Einstieg mit dem Thema Autokauf vermittelt Lötscher einigen Stoff in theoretischer Form, erläutert Grundlagen, zeigt die Relevanz von Ist- und Sollprozessen auf, erläutert die verschiedenen Kriterienarten und zeigt auf, wie ein Lastenheft aufgebaut sein sollte. Nicht zuletzt behandelt er die Frage, wie man potenzielle Lieferanten findet. Für die Darstellung von Prozessen stellt er neben den klassischen Flow-Charts auch eine Methode namens Blueprinting vor, die bei den Studierenden auf grosses Interesse stösst. Bei der folgenden Übung setzen sie diese gleich ein.
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Tag 2

Der zweite Tag des Moduls steht dann ganz im Zeichen der Analysen bestehender Pflichtenhefte.«Ich habe das Privileg, über eine Reihe von ‹scharfen› Lasten- und Pflichtenheften zu verfügen», erzählt Lötscher. «Einige Firmen, die ich aus meiner eigenen Beratungstätigkeit kenne, haben mir erlaubt, sie zu Schulungszwecken zu benutzen. Das ist natürlich interessanter Stoff.» Die Studierenden müssen dieses Input eingehend analysieren, Learnings formulieren und eine Nutzwertanalyse abliefern. Highlight des Kurses ist dann die Präsentation der Entscheidung: Welchen Lieferanten hätte man gewählt? Warum?
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Beleben

«Diese Inhalte sind an sich ziemlich trocken», weiss Lötscher. Aber durch meine Praxis und Erfahrung gelingt es mir meist, die Sachen sehr stark zu beleben und somit die Aufmerksamkeit über zwei Tage hoch zu halten.» Zudem habe er unlängst nebenberuflich ein Betriebswirtschaftsstudium abgeschlossen und kenne daher die andere Seite aus frischer Erfahrung.«Ich habe eine konkrete Vorstellung, wie anregender Unterricht aussehen sollte.»

Jürg Freudiger
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Der Dozent

Eine konstante berufliche Weiterentwicklung und zahlreiche Aus- und Weiterbildungen prägen den Weg von Erwin Lötscher. Der Lehre als Elektromechaniker folgte der Betriebstechniker TS, Aufbaukurse IPPS und Excel 5.0, der QMS Organisator SAQ sowie eine Ausbildung für Anwendung, Support, Implementierung, Unterhalt und Schulung der ERP-Betriebssoftware OpaccOne. Zuletzt absolvierte Lötscher die Nachdiplomausbildung zum Dipl. NDS HF Betriebswirtschaftler. Diese Aktivitäten unterstützten seine Karriere in der Wirtschaft. Unter anderem war Lötscher Vizedirektor und Departementsleiter Logistik/Informatik bei Kiener + Wittlin AG. 2012 erfolgte dann die Gründung eines eigenen Unternehmens. Mit ProPunkt AG bietet Lötscher «ein komplettes und abgerundetes Beratungs- und Dienstleistungsangebot» an, wie es auf www.propunkt.ch heisst.

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