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Eine Diplomarbeit mit Wirkung

Die Präsentation der Abschlussarbeiten bildete den letzten Akt des Pilotlehrgangs des Logistikleiter-Kurses. Thorsten Hnida hat ihn mit Erfolg absolviert. «Logistik & Fördertechnik » befragte ihn über seine Diplomarbeit und ihre Auswirkungen auf den Betrieb.

Herr Hnida, seit kurzem sind Sie eidgenössisch diplomierter Logistikleiter. Einige Ihrer Kollegen haben die Prüfung nicht geschafft. Wars sehr schwer?

Während des Studiengangs haben sich einige Freundschaften entwickelt und von da her tut es mir sehr leid, dass der eine oder andere gescheitert ist. Aber es ist eine Höhere Fachprüfung, die Messlatte muss relativ hoch liegen, das ist klar. Ja, ich fand die Prüfung ziemlich anspruchsvoll, auch ich war mir meiner Sache nicht bedingungslos sicher.

Ich hatte Sie neulich so verstanden, dass Ihnen die Zeit für die Diplomarbeit locker gereicht hat.

Ein Missverständnis! Es war vielmehr so, dass es eine Punktlandung war. Die Disposition musste man ja während der Prüfungsphase erstellen, das war schon ziemlich sportlich. Ich habe dann von den Experten eine Reihe von Verbesserungs-vorschlägen erhalten. Das war Ende Juni. Für die überarbeitete Disposition erhielt ich Anfang August grünes Licht. Der Abgabetermin der Diplomarbeit war Ende September, die mündliche Prüfung dazu Ende Oktober, das ist nicht sonderlich viel Zeit!

Was hatten die Experten denn anfänglich zu bemängeln?

Einige Zielvorgaben waren nicht genügend präzise, es fehlten klar quantifizierte Kriterien. In der Sprache des Projektmanagements: das Projekt war zu wenig S.M.A.R.T.

Ihre Arbeit trägt den Titel «Optimierung der internen Warenströme » Worum geht es genau?

«Es ging darum verschiedene interne Prozesse innerhalb einer definierten Systemgrenze – Wareneingang, Einlagern, Lagerhaltung, Nachschub, Kommissionieren, Verpacken und Warenausgang – zu durchleuchten und Optimierungspotenzial zu lokalisieren.

Welche Lösung haben Sie gefunden?

Für die Diplomarbeit bestand die Aufgabe darin, mindestens drei Ansätze zu präsentieren, die dem Thema gemäss eine Verbesserung der Warenströme und gleichzeitig das Erreichen der gesetzten Ziele versprachen; einer davon war als Lösung der Wahl auszuzeichnen. Mittels Kosten-Nutzen-Aanalyse wählte ich daraus die aussichtsreichste Variante aus, nämlich «Nachschub vereinfachen durch Nachschubliste aus ERP mit Einsatz von MDE.

Wir haben ein Hochraumlager mit dynamisch-chaotischer Platzvergabe. Von dort muss Ware rechtzeitig und in genügender Menge an die Kommissionierplätze gelangen, damit keine Unterbrüche beim Picking entstehen können. Eine Sichtung unserer logistischen Prozesse hatte ergeben, dass hier Probleme bestehen.

Was klappte nicht?

Es kam mehrmals am Tag vor, dass nicht genug Ware zum Rüsten vorhanden war. Meine Arbeit drehte sich um die Frage, wie man den Füllgrad des Rüstlagers steigern kann. Der Prozess war bis anhin so gelöst, dass er praktisch auf Sicht erledigt wurde, mit sehr geringer ERP-Unterstützung. Hier habe ich angesetzt. Neu hat ein Mitarbeiter die Aufgabe, die Situation einmal täglich mit einem Barcode-Scanner einzulesen. Die so erhobenen Daten werden dann ins System eingelesen und es wird automatisch eine Nachschubliste generiert.

Das heisst, Sie haben Ihre Lösung bereits umgesetzt?

Wir sind gegenwärtig daran, die Sache zu implementieren. Es sieht gut aus, im ersten Quartal 2013 müsste das live gehen und dann hoffe ich, dass wir rasch sehen, dass es eine gute Investition war. Ich sehe bedeutendes Potenzial an Einsparungen, zudem erhöhen wir die Mitarbeiterzufriedenheit.»

Mussten Sie denn Ihren Vorgesetzten davon überzeugen, dass es sich lohnt?

Nein. Mein Chef ist gleichzeitig Chef der IT, die ja auch betroffen ist, er ist also schon lange mit an Bord. Ab der Disposition lief alles parallel. Ich musste ja eine IST-Analyse machen, welche Daten brauchen wir überhaupt, quantifizieren, wie viele Aufträge pro Tag, Kennzahlen definieren, herausfinden, was kann man realistischerweise optimieren, was wäre «nice to have» usw. Das geschah alles im Betrieb und mit Blick auf eine Umsetzung. Von da her war mein Chef längst involviert und es war eigentlich immer klar, dass wir das dann auch machen.

Dann wünschen wir Ihnen viel Erfolg!

Interview: Jürg Freudiger

Thorsten Hnida

1971 geboren und in Gossau, ZH, aufgewachsen. Nach der kaufmännischen Lehre in der Landi Wetzikon absolvierte Thorsten Hnida verschiedene Seminare, Kurse und Sprachaufenthalte. 2010 bis2012 folgte der Vorbereitungskurs und im Oktober die HFP zum eidg. dipl. Logistikleiter. Bei der Gyso AG ist er – mit einem kurzen Unterbruch – seit 1995 angestellt; ab 1. Januar 2013 als Leiter Einkauf und Logistik. Thorsten Hnida ist verheiratet und Vater zweier Kinder.

Gyso AG

Die Firma Gyso AG ist eine Handelsfirma in der Bau- und Fahrzeugbranche. Das Schweizer Familienunternehmen wurde 1957 gegründet und beschäftigte sich mit Kleb- und Dichtstoffen. Im Verlauf der Zeit kamen Dichtbänder, Klebebänder, Folien und weitere Produktebereiche dazu.

Der Betrieb mit Hauptsitz in Kloten und Niederlassungen in Crissier (VD) und Münchenbuchsee (BE) beschäftigt heute rund 100 Mitarbeitende.

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Franco Miani
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