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Eiskalt und superschnell: Praxistag des Seminars Logistik Basiswissen

Ein Temperaturunterschied von rund 50 Grad und das professionelle Tempo eines geübten Kommissionierers mit dem System von Pick-by-voice. Das sind nur zwei der Highlights des Praxistags, der den Abschluss des Seminars Logistik Basiswissen bildet.

Fünf Tage dauert das von GS1 Schweiz organisierte Seminar, das mit Beat Schlumpf von einem ausgewiesenen Experten für Logistiksysteme geleitet wird. An vier Tagen à zwei Blöcken begleitet Schlumpf die Teilnehmer thematisch einmal quer durch die Logistik: von den Grundlagen über die Beschaffungslogistik, die Intralogistik, die Lager- und Distributionslogistik bis hin zur Entsorgungslogistik. Zur Veranschaulichung der erlernten Theorie dient der abschliessende Praxistag. Dieses Mal stehen die Lager des Migros-Verteilbetriebs Neuendorf AG, der Manor AG Verteilzentrale Food in Rickenbach (SO) und das Logistikzentrum von Planzer in Härkingen auf dem Programm.

Dicker Mantel gegen die Kälte

Den Anfang macht der Migros-Verteilbetrieb. Nach einem Infoblock führt Rolf Junker, Leiter Abteilung Garderobenverwaltung und Gästebetreuung, die Seminarteilnehmer direkt ins Herzstück des Betriebs: ins Tiefkühllager (TKL). Dieses nimmt 16‘450 Quadratmeter in Anspruch und beherbergt Fisch, Fleisch, Pizzen, Brot, Gemüse, Glace und Früchte. Einmal beim TKL angekommen, heisst es Helm, aber vor allem dicke Mäntel anziehen. Im Lager herrschen Temperaturen von minus 26 Grad Celsius. „Mittlerweile ist das Tiefkühllager vollautomatisch“, erzählt Junker. Fünf Roboter sind für die Palettierung, zwei für die Depalettierung zuständig. „Längere Arbeiten im Lager führen die Mechaniker nur noch bei Störungen durch.“ Und diese müssen schnell handeln. Junker: „Die Maschinen müssen immer laufen, sonst frieren sie ein.“ Auch der Boden ist beheizt, um Permafrost zu vermeiden. Nach dem Eintreffen wird als erstes die Temperatur der Tiefkühlwaren kontrolliert. Danach geht’s automatisch ins Hochregallager weiter. Auch die Kommissionierung geschieht im TKL vollautomatisch. Das System kennt aufgrund der Artikelnummer die Druckempfindlichkeit der Ware und behandelt sie dementsprechend. 20 Minuten und rund 50 Grad Temperaturunterschied später ist die Gruppe wieder auf dem Weg zurück zum Near/Non-Food-Lager. Nach dessen Besichtigung heisst der nächste Stop: Manor Verteilzentrale Food.

Rasantes Tempo bei Manor

33 Supermärkte betreibt die Manor AG schweizweit, beliefert von Rickenbach (SO) und den beiden regionalen Plattformen in Bussigny (VD) und Taverne (TI). 6‘500 Artikel lagern auf rund 23‘000 Quadratmetern Fläche. Kolonialwaren, also Produkte die länger haltbar sind, werden ab Lager kommissioniert. Bei Frischprodukten wie Milch oder Früchten kommt Cross Docking zum Einsatz. „Bestellt ein Warenhaus bis 9.30 Uhr, ist die Ware bis um 5 Uhr des nächsten Morgens im Haus“, erklärt Dominik Otte, Leiter Personal und Verwaltung bei der Verteilzentrale. Wie hoch der Rhythmus bei Manor ist, zeigt eindrucksvoll ein Kommissionierer, der mit dem System Pick-by-voice arbeitet. Die Aufträge via Kopfhörer erfolgen Schlag auf Schlag. Das Tempo ist so rasant, dass die ungeübten Ohren der Besucher kaum folgen können.

Immer kürzere Lagerzeiten gewünscht

Nächster Halt: Planzer Logistikcenter. Das Lager sieht aus wie die beiden anderen. Und doch unterscheidet es sich von ihnen. Im Lager von Planzer befindet sich auch ein Medikamentenlager, für das spezielle Lizenzen notwendig sind, und ein grosses Lager mit Spitalzubehör. Planzer konfektioniert auch für verschiedene Kunden. „Wir haben eine eigene Druckerei, in der wir Preisschilder im jeweiligen Corporate Design drucken können“, erklärt Betriebsleiter Michael Tüfer. Immer mehr Kunden wollten Lager und Logistikdenstleistungen auslagern. Ebenfalls solle die Lagerzeit immer kürzer werden. „Am besten kämen die Waren rein, um gleich wieder rauszugehen.“ Dies stelle auch immer höhere Anforderungen an die Fachkräfte. Das Lager von Pflanzer hat bei Teilnehmer Manfred Ritler einen bleibenden Eindruck hinterlassen. „Der fast nahtlose Übergang von Logistik und Produktion sowie der Aufbau der Disposition sind wirklich interessant.“ Als gelungenen, bereichernden Abschluss des Seminars empfand Rebekka Good den Praxistag. „Allerdings hat mir die Abbildung der verschiedenen Verkehrsträger etwas gefehlt.“ Highlight für sie war der Besuch des Tiefkühllagers. Stefan Seiler lobte die hohe Kompetenz des Kursleiters Beat Schlumpf. „Er konnte die zuweilen eher trockene Materie sehr gut vermitteln.“ Die Teilnehmer sind sich einig: Der Praxistag hat viel zum besseren Verständnis der Theorie beigetragen. ((Box Migros, Manor und Planzer))

Migros Verteilzentrum Neuendorf

Das Migros Verteilzentrum Neuendorf bietet Near/Nonfood-, Tiefkühl-, Textil- und Kleinteilelogistik sowie eine ganze Reihe anderer Dienstleistungen. Rund 1100 Mitarbeitende kümmern sich um Ware im Wert von rund 500 Mio. Franken, die auf einer Fläche von rund einer halben Mio. Quadratmetern (70 Fussballfelder) eingelagert ist.

Manor AG Verteilzentrum Food

Das Verteilzentrum Food in Rickenbach (SO) ist das Hauptlager für Kolonialwaren der Manor AG. Rund 80 Mitarbeitende bewirtschaften die 23‘000 Palettenplätze.

Planzer

Die Firma Planzer beschäftigt rund 3600 Mitarbeitende an 45 Standorten in der Schweiz. Das Planzer Logistikzentrum in Härkingen, eines von schweizweit drei Logistikzentren des Unternehmens, beschäftigt 360 Mitarbeitende, den Grossteil in der Logistik. Zwei Drittel der Dienstleistungen betreffen nationale Distributions-, ein Viertel Lager- und 15 Prozent internationale Lagerlogistik.

Gelebte Logistik

Praxisbezug ist eines der wichtigsten Standbeine aller Lehrgänge von GS1 Schweiz. Daher müssen die eingesetzten Dozenten über ihre fachliche Qualifikation und methodische Erfahrung hinaus auch in der Lage sein, Theorie in der Anschauung zu verankern. Ganz besonders in den Vorbereitungslehrgängen auf eidg. Prüfungen sind deshalb beispielsweise Betriebsbesichtigungen fix im Curriculum eingeplant. Studierende haben zudem die Möglichkeit, kostenlos an «Logistics onSpot»-Events teilzunehmen.
Als führende Bildungsinstitution im Bereich Logistik und Supply Chain Management profitiert GS1 Schweiz dabei von ihrem grossen Netzwerk an Partnern aus der Wirtschaft. In der Serie «Mehr als Schule» berichtet Logistik & Fördertechnik regelmässig über diese Feldforschung in den GS1-Lehrgängen.

Autorin: Claudia Schön
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