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Beim Privaten ansetzen

Das Bewusstsein für Umweltbelange und ressourcenschonendes Handeln hat in den letzten Jahrzehnten zugenommen und wurde mehr und mehr zu einem betrieblichen Faktor – und zu einer Aufgabe der Logistik. Ein Besuch im Fachkompetenz-Modul «Entsorgung und Recycling» von Benjamin Wittwer.

Die Folie listet eine Reihe von Umweltkatastrophen auf, die sich alle in einer relativ kurzen Zeitspanne ereignet haben: Seveso (1976), Bhopal (1984), Tschernobyl (1986). Auch der Grossbrand von Schweizerhalle (1986) auf dem Gelände der damaligen Sandoz gehört dazu. Den mehrheitlich jüngeren und teilweise aus dem Ausland stammenden angehenden Logistikfachleuten sagt das zwar nichts, doch hat dieser Chemieunfall das Thema Umweltschutz definitiv auch ins Schweizer Bewusstsein gerückt.

Section 2

Nicht sehr präsent

Es ist Tag 1 einer dreitägigen Sequenz. Benjamin Wittwer ist daran aufzuzeigen, wie das Bewusstsein für Umweltbelange seit den späten 70er-Jahren deutlich zugenommen hat und wie es langsam zu einem Faktor für die Betriebe geworden ist. Die meisten Teilnehmenden können zwar mit dem einen oder anderen Stichwort durchaus etwas anfangen (Tschernobyl etwa, oder die Orte der grossen Umweltkonferenzen Kyoto, Doha), aber sonderlich präsent ist das Thema nicht. Und so muss Wittwer zuerst einmal Grundlagen schaffen. Was ist überhaupt Abfall, welche Kategorien und Definitionen gibt es? Welche Aspekte gehören dazu? Der Zustand der Gewässer wird besprochen, die Luft- und Bodenqualität, der Zusammenhang mit dem betrieblichen Umweltschutz. Weitere wichtige Themen Wittwers werden dann die nach und nach entstandenen Gesetze sein, das Einfliessen von Umweltsphären ins St. Galler Managementmodell, die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Betriebe, die logistischen Aspekte, bis zur Zusammenführung dieser Bausteine zu einem Entsorgungskonzept.

Section 3

Ein Spezialist

Benjamin Witwer arbeitet bei der Stadt Zürich für die Dienstabteilung ERZ Entsorgung + Recycling Zürich, wo er die Abteilung Services leitet. «Ein Hundertprozent-Job, mindestens», sagt er. Das Dozieren mache er deshalb wirklich nur nebenbei und ausschliesslich für GS1. «Aber es macht mir Spass, besonders, wenn die Studierenden mitmachen und man Lernerfolge sieht.» Er unterrichte noch ein zweites Fach, Unternehmensführung bei den Logistikleitern und das unterscheide sich sehr stark. Dort brächten nämlich alle eine gewisse Erfahrung ein und die Studierenden könnten voneinander ebenso viel lernen, wie vom Dozenten. Hier, im Fach Entsorgung und Recycling für Logistikfachleute, sei das anders. «Die wenigsten haben in ihren Betrieben mit diesen Aspekten zu tun, es ist für die meisten Neuland. Deshalb versuche ich, bei den privaten Erfahrungen anzusetzen. Fast alle trennen ihren Abfall, werfen weder PET noch Glas in den Mülleimer. Das sind dann meine Anknüpfungspunkte», sagt er. Die Überführung dieser privaten Erfahrungen in Unternehmensbelange sei eigentlich seine wichtigste Aufgabe, dann versuche er vor allem die Studierenden selber lernen zu lassen. Allerdings ist das Gebiet rund um Umwelt, Ressourcen, Abfall, Entsorgung und Recycling extrem weitläufig. «Die didaktische Komplexitätsreduktion ist ein wichtiger Schritt.» Und damit die Studierenden ins Fach reinkommen, macht Benjamin Wittwer viele Übungen.

Musterfirmen

Und genau dafür wird an diesem Morgen der Grundstein gelegt. Wittwer hat fiktive Musterfirmen kreiert, um die sich in den drei Tagen alles drehen wird. Jede Firma wird von einer Gruppe von Studierenden behandelt. Die Comfort Car AG beispielsweise, oder der Flughafen Atlantis. Auch eine Maschinenfabrik Technikus AG gibt es. Und eine weitere Gruppe übernimmt das Kantonsspital Lustenau. Natürlich liegen bei diesen sehr unterschiedlichen Unternehmen völlig verschiedene Ressourcen- und Abfallproblematiken vor. Und in einem ersten Durchgang müssen die Studierenden erst einmal die Situation analysieren, sich einlesen, «ihr»Unternehmen kennenlernen, herausfinden, was produziert wird und welche Ressourcen gebraucht werden. Auch gilt es, die entsprechenden Funktionen des Logistikers zu definieren. Konkret sollen in der ersten Übung die Fragen beantwortet werden, von welchen Rohstoffen und Ressourcen das Unternehmen abhängig ist und wo die grössten Emissionen und Umweltrisiken bestehen.«Am Schluss der drei Tage werden sie ein komplettes Entsorgungskonzept erarbeitet und den anderen Teilnehmern vorgestellt haben. Bis dahin ist aber noch einiges an Arbeit angesagt», sagt Wittwer lachend.

Jürg Freudiger

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Der Dozent

Eine reichhaltige Erfahrung fliesst ein, wenn Benjamin Wittwer, Jahrgang 63, unterrichtet. Ursprünglich Zimmermann, hat er sich konstant weitergebildet, unter anderem an der Universität Kathmandu. Nach dem eidg. dipl. Logistikleiter hat er an der FHS St. Gallen Dienstleistungsmanagement studiert und einen Abschluss als Executive MBA gemacht. Währenddessen hat er verschiedene Managementaufgaben wahrgenommen, unter anderem im sozialen Bereich, in der IT-Branche sowie im Sektor internationaler Handel und Entwicklung. Seit 2004 ist er bei der Stadt Zürich angestellt, zunächst als Leiter der Abteilung Logistikprojekte, seit 2012 als Leiter der Abteilung Services. Auch als Dozent hat Benjamin Wittwer verschiedene Ausbildungen absolviert; er ist zertifizierter Erwachsenenbildner. 2005 bis 2009 war er dann GS1-Prüfungsexperte für Entsorgungslogistik, seit 2009 unterrichtet er für GS1.

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