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Section 1

Planspiel in Winterthur

Das Unternehmen Dumper AG stellt Baumaschinen her und vertreibt sie im In- und Ausland. Der Logistikleiter des Unternehmens sieht sich mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert. Das ist die Ausgangslage eines Planspiels, mit welchem die angehenden Logistikleiter Ende September konfrontiert waren.

Die Dumper AG ist ebenso imaginär wie ihre Produkte. Ausgedacht hat sich das Ganze Reinhard Bacsa, der bereits das Modul Produktionslogistik unterrichtet hat.

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Der Einstieg

«Normalerweise sehen wir als Logistiker nur einen kleinen Teilbereich» erläutert Bacsa zu Beginn des Workshops. «Aber heute geht es darum, zunächst eine umfassende Ist-Analyse durchzuführen.»
Dazu müsse man die Unterlagen eingehend studieren, sich aber eben nicht als Erstes in Zahlentabellen stürzen sondern versuchen, eine globale Sicht der Situation zu gewinnen. Der erste Schritt, so Bacsa weiter, bestehe darin, die Randbedingungen zu verstehen: Welche Vor und Nachteile bietet unser Standort, welches sind die gesetzlichen Vorgaben, welche Räume und Infrastruktur stehen zur Verfügung? «Mit derartigen Überlegungen klären wir die Frage: Wo bin ich eingeschränkt, wo habe ich Spielraum? Aber immer aus der Sicht des Logistikers.» Als Nächstes muss die Absatzseite genau untersucht werden: Wer sind unsere Kunden, wie ist die Befindlichkeit der betreffenden Märkte, wie werden sie sich entwickeln? Als Drittes folgt die Analyse des Produkts selbst: Artikel, Stückliste, Stammdaten. Als Symbol dient dazu ein Lego-Bagger, der den Studenten bereits bekannt ist. «Während meines Produktionslogistik-Moduls haben wir den ganzen Raum in eine Produktionshalle für Lego-Bagger verwandelt» erzählt Bacsa. Man kann sich sehr gut vorstellen, wie lebendig dieser Unterricht aussfällt. Erst am Schluss können sich die Teilnehmenden ihrem eigentlichen Kerngebiet zuwenden. Dann natürlich müssen auch die internen Materialflüsse aufs Genaueste analysiert und verstanden werden.

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Die Unterlagen

Nach dieser Einführung stürzen sich die Teilnehmer in die umfangreichen Unterlagen. Und die stellen einige Anforderungen: Unter anderem muss die Dumper AG in einem globalisierten Marktumfeld mit asiatischer Konkurrenz klar kommen. Verschiedene Abteilungen haben unterschiedliche Vorstellungen, was zu tun sei. So will etwa der Vertrieb ein neues Produkt entwickeln, während die Produktion die Durchlaufzeiten verringern möchte. Die Entwicklung wiederum will outsourcen und der Finanzchef erwartet vor allem einen höheren Deckungsbeitrag. Als wäre dies nicht komplex genug, stellt die Standortgemeinde zusätzliche ökologische Anforderungen.

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Die Aufgabe

Den angehenden Logistikleitern obliegt es nun, im Teamwork zunächst die Ist-Analyse durchzuführen und dann, vor allem am zweiten Tag, Lösungen zu entwickeln und diese zu testen. Die Zielvorgaben sind anspruchsvoll. So soll die Gesamtdurchlaufzeit um 50 % gesenkt werden, ebenso die Lagerbestände. Gleichzeitig soll die Auslastung der Fertigung auf 85 % gesteigert werden und das bei einer Lieferzeit von 10 Tagen ab Bestellungseingang. Ausserdem möchte die Unternehmensleitung wissen, welche Verbesserung der Nettomarge durch die vorgeschlagenen Massnahmen zu erzielen ist. Eine ganz schön happige Aufgabe also, die sich Bacsa da ausgedacht hat. Er legt grossen Wert darauf, dass die Studierenden genügend Zeit in die Ist-Analyse investieren. Der ganze erste Tag wird dafür eingesetzt. Erst am zweiten Tag sollen die Gruppen dann konkrete Lösungsansätze entwickeln.

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Die Simulationen

Dabei steht ihnen die Simulationssoftware Logus zur Verfügung. Bacsa hat sie gemeinsam mit einem ehemaligen Geschäftspartner entwickelt. «Die Studenten müssen ihre Ideen auf die Ebene der Zahlen herunterbrechen. Es genügt in keiner Weise, einfach zu sagen, diesen Bereich lagern wir aus, oder hier führen wir Kanban ein.» Wird eine Massnahme – zum Beispiel eine Veränderung der Losgrössen – entsprechend konkret eingegeben, generiert das System eine Flut von Kennzahlen für das nächste halbe Jahr der Firma. «Dieses Output müssen sie dann interpretieren, und das ist nicht ganz ohne. Ich lasse sie jeweils gerne einen Moment lang im eigenen Saft schmoren», erzählt Bacsa, nicht ohne ein genüssliches Lächeln.

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Das Vorgehen

Aber natürlich begleitet er die Teams durch den Prozess, gibt Hinweise, erinnert an «eigentlich» vorhandenes theoretisches Wissen. Erweist sich eine Idee als untauglich oder als zu radikal, kann eine neue Runde in Angriff genommen werden. «Genau das ist das Ziel», erläutert Bacsa. Am Schluss haben zwar alle Teams jeweils geeignete Massnahmen gefunden, aber es geht nicht darum, dass jemand die beste Lösung hat. Vielmehr sollen die Studenten die Zusammenhänge verstehen. Sie sollen erleben, dass es ein behutsames Austarieren braucht, wenn man beispielsweise gleichzeitig die Losgrössen und den Produktionsprozess ändert. Hier kann man wirklich sagen: Der Weg ist das Ziel.» 

Text: Jürg Freudiger

Unser Interviewpartner

Reinhard Bacsa, diplomierter Maschingenieur ETH, ist seit 18 Jahren selbstständig und agiert als Geschäftsführer der COPAL-Logtrain Systems GmbH. Das Unternehmen hat eine eigene industrienahe ERP-Lösung entwickelt, die den Hintergrund für die Planspiel-Software Logus bildet. Bacsa selbst ist in erster Linie als Unternehmensberater aktiv, namentlich im Gebiet der Produktionslogistik. Er bietet Coaching und Begleitung an, beispielsweise bei Process-Reengineering-Projekten. Daneben ist er als Dozent in verschiedenen Institutionen und Unternehmen tätig.

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