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Entscheidungen direkt an der Front

Über die Pilotklassen der GS1 haben wir an dieser Stelle bereits aus den unterschiedlichsten Perspektiven berichtet: Dozenten, Ausbildungsleitung und Studierende kamen zu Wort. Diesmal sind wir der Frage nachgegangen, was denn einen Arbeitgeber bewegt, sein Personal in diese Kurse zu schicken. Unser Interviewpartner ist Georg Burkhardt, DHL Logistics (Schweiz) AG.

L&F: Herr Burkhardt, DHL dürfte so ziemlich jedem ein Begriff sein. Was genau ist Ihre Aufgabe?

Georg Burkhardt: Mein Arbeitgeber innerhalb der DHL Logistics (Schweiz) AG ist der Bereich DHL Supply Chain wo ich für den Sektor Industrial & Technologie verantwortlich bin. Wir bieten logistische Produkte im Rahmen der Kontraktlogistik an: Firmen können ganze Logistikbereiche längerfristig an uns auslagern. Als Leiter bin ich neben dem täglichen Betrieb auch zuständig für die Geschäftsentwicklung und betreue die Key-Accounts. Mein Sektor hat 180 Mitarbeitende. Das Lager in Derendingen umfasst 35 000 m2 mit 24 000 Paletten- und 13 000 Behälterplätzen. Der Durchfluss beträgt mehr als 75 000 Kommissionierpositionen pro Woche, die in Form von Paletten, Paketen oder Gitterwagen an die Kunden geliefert werden.

Können Sie Beispiele nennen für Kunden, die Logistikbereiche an DHL ausgelagert haben?

Ein spannender Auftrag ist derjenige aus dem Bereich von Swisscom Privatkunden, er betrifft die gesamte Logistik zu den Kunden und Shops, sowie auch die Rückwärtslogistik bis zur Entsorgung. Oder Scintilla, die heute zum Geschäftsbereich Elektrowerkzeuge der Bosch-Gruppe gehört. Sämtliche Teile von Bosch lagern bei uns und wir liefern sie auf Auftrag auf die halbe Stunde genau an die Montagebänder in Zuchwil.

Sie schicken jedes Jahr zwei bis drei Ihrer Mitarbeitenden in einen der Logistik-Weiterbildungskurse der GS1. Wieso?

Ich glaube, dass der Beruf des Logistikers derjenige ist, in dem die Ansprüche an das Personal in den letzten Jahren am stärksten zugenommen haben. Der Lagerist, der irgendwelche Waren auf Holzgestellen rüstet und mit einer Kartei arbeitet, das ist definitiv ein Bild von gestern. Allein durch den Einbezug der Informatik haben sich völlig neue Prozesse gebildet. Gut geschultes Personal ist schon von da her sehr wichtig. Zudem wollen wir ja unsere Prozesse ständig weiter entwickeln; das geht nur mit Personal, das auf dem neuesten Stand ist.

Und das bieten Ihnen die Ausbildungsgänge der GS1?

Unbedingt, die Erfahrungen sind sehr gut. Die Mitarbeiter, die die Ausbildungs-lehrgänge absolviert haben, denken wesentlich strukturierter; sie gehen ganz anders, viel methodischer an Herausforderungen ran: Sie analysieren das Problem, sie evaluieren Lösungen, sie entscheiden, setzen um und kontrollieren die umgesetzte Lösung. In der Logistik muss man an der Front konstant strukturierte und schnelle Entscheidungen treffen, man kann nicht jedes Mal zum Chef rennen!

Dann sind diese Weiterbildungen eigentliche Karrierebooster?

Das ist so. Diejenigen, die den Logistikfachmann machen, setzen wir danach meist als Teamleiter ein. Ausgebildete Logistikfachleute übernehmen zusätzlich nach dem Studiengang auch operative Aufgaben mit Kundenkontakt. Ausgebildete Logistikleiter wiederum übernehmen die gesamte operative Verantwortung für einen Grosskunden. Die Kurse statten die Absolventinnen und Absolventen mit den nötigen Werkzeugen aus, vermitteln Know-how und Sicherheit. Und die machen das immer gut! Eines meiner Highlights ist eine Angestellte, die bei uns ohne spezielle Logistikausbildung begonnen hat. Sie leitet heute eine wichtige Abteilung mit über 40 Mitarbeitenden.

Haben Sie auch Mitarbeitende in den aktuellen Pilotklassen? Und gibt es Feedback?

Derzeit absolvieren zwei junge Damen den Logistikfachmann-Kurs, eine davon war ursprünglich Gärtnerin. Die Feedbacks sind sehr gut, beide Damen sprechen regelmässig mit dem HR über ihre Entwicklung während der Ausbildung. Ich kann bestätigen, dass beide immer noch hochmotiviert sind!

Wie beurteilen Sie die neu ausgerichteten Kurse?

Zu den Pilotkursen als solchen kann ich nicht allzu viel sagen. Gut ist sicher, dass der Logistikfachmann-Kurs länger geworden ist. Bei der 1-jährigen Variante waren wohl viele mit dem Tempo überfordert, wie etwa beim Finanz & Rechnungswesen. Jetzt gibt es für diese Themen offensichtlich genügend Zeit und das Tempo stimmt.

Finanzieren Sie Ihren Leuten diese Ausbildung eigentlich vollständig? Besteht nicht eine gewisse Gefahr, dass jemand die Weiterbildung macht und dann abspringt?

Wir lassen die Mitarbeiter wählen, ob wir die Zeit zur Verfügung stellen oder die Kosten übernehmen sollen. Dann machen wir jeweils Ausbildungsverträge mit der Zusicherung, dass sie zwei, drei Jahre bei uns bleiben. Interessant ist, dass die älteren Absolventen ihre Karrieren danach eher bei uns intern weiter verfolgen, während die Jüngeren nach einer gewissen Zeit neue Herausforderungen suchen. Aber das ist für mich eine normale Entwicklung. Ideal ist es natürlich, wenn der Mitarbeiter intern bei DHL eine neue Herausforderung findet.

Sie sind gleichzeitig Vizepräsident der GS1 Schweiz. Gibt es da keine Interessenskonflikte?

Das ist kein Problem. Wenn ein Konflikt droht, trete ich in den Ausstand. So auch bei der Wahl der GS1 als Anbieter dieser Weiterbildungen. Unsere HR hat eine Benchmark durchgeführt; und da hat sich gezeigt, dass die GS1 das beste Kosten-Leistungs-Verhältnis bietet. Dieses Resultat ist ohne Einfluss von meiner Seite zustande gekommen. Aber ich bin natürlich zufrieden mit der Entscheidung.

Interview: Jürg Freudiger

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Unser Interviewpartner

Georg Burkhardt hatte ursprünglich Maschinenmechaniker gelernt, sich dann aber gleich zum Betriebsingenieur FH weiterbilden lassen. Danach war er 15 Jahre lang in der Industrie tätig, unter anderem 10 Jahre bei Siemens Building Control in Zug. Danach wechselte er in den Handel und war weitere 10 Jahre in unterschiedlichen Funktionen bei Manor aktiv, zuletzt als Leiter Supply Chain Projekte weltweit. Von hier aus kam er 2006 zur DHL. Von 1999 bis 2005 war er zudem als Experte ECR Supply Side und Enabling Technologien im Board von ECR Schweiz. Seit 2005 ist er im Vorstand von GS1, aktuell bekleidet er das Amt eines Vizepräsidenten.

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