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Section 1

Auf den Zahn gefühlt

Bei den Abschlussprüfungen der Pilotlehrgänge zum dipl. Logistikleiter und zum dipl. Supply Chain Manager (HFP) kam eine innovative Form der Prüfung zur Anwendung: das Gruppen-Assessment.

Ausgangspunkt für diese Idee war eine vom BBT verschiedentlich geäusserte Anforderung nach handlungsorientierten Prüfungen. «Aber was heisst das?», fragt Hans Bossard rhetorisch. Als Studien- und Prüfungsleiter des SCM-Lehrgangs ist er mit sämtlichen Aspekten der Sache vertraut. Klar sei von Beginn weg gewesen, dass diese Anforderung nur im mündlichen Teil der Prüfung erfüllt werden kann.

«Nach einer Recherche kamen wir auf die Idee, dass ein Assessment am ehesten geeignet wäre; nur so ist es möglich, die Persönlichkeit eines Kandidaten oder einer Kandidatin zu erleben, und darum geht es ja.»

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Assessments

Der Begriff des Assessments dürfte den meisten aus dem Bereich Human Ressources bekannt sein. Dort dient ein so genanntes Assessment-Center namentlich dazu, aus einer Anzahl von Kandidaten die geeignete Person für eine Führungsaufgabe auszuwählen. «Dabei geht es zwar durchaus auch um fachliche Aspekte», erklärt Bossard, «aber in erster Linie will man die persönlichen und sozialen Fähigkeiten in Aktion sehen und dabei vor allem auch herausfinden, wie es um die Führungsqualitäten einer Person steht.» Solches erreicht man, indem man den Kandidaten ein möglichst realistisches Szenario vorlegt und sie unter Stress und Zeitdruck zum Handeln auffordert. «Führungsqualitäten muss man zeigen, das ist keine Theorie, das muss man vormachen!»

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Adaptation auf Prüfungen

Geeignete Formen der Adaptation auf die Prüfungssituation seien rasch gefunden worden, berichtet Bossard, doch im Einzelnen sei die Ausarbeitung dann doch recht aufwändig gewesen, zumal ja noch die Experten entsprechen instruiert werden mussten. «Die Prüfungen liefen so ab, dass die Kandidaten in Vierergruppen antreten mussten», erzählt Bossard. «In den folgenden vier Stunden befassten sie sich mit einem Unternehmen und vier verschiedenen Aufgaben zu seiner Entwicklung. Jeweils ein Kandidat hatte die Rolle des Leaders und wurde auch im Hinblick auf diese Funktion bewertet. Den anderen drei Kandidaten wurden spezifische Rollen zugewiesen, in denen sie entsprechendes Fachwissen einzubringen hatten. «So konnten wir in vier Sequenzen jeden Kandidaten in vier verschiedenen Rollen bewerten lassen.» Die fachliche Benotung erfolgte in der üblichen Art, jedenfalls fast, die Beurteilung zum Thema Leadership jeweils in einem zusätzlichen Auswertungsgespräch mit dem Lead-Kandidaten.

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Neuland auch für Experten

Es versteht sich von selbst, dass für diese Bewertung auch die Experten gut gebrieft werden mussten. Mehr als das: Damit die Bewertung möglichst einheitlich und homogen erfolgen konnte, wurde ein eigenes Software-Tool entwickelt, welches es den Experten ermöglichte, alle Kriterien und Teilkriterien direkt auf iPad einzugeben. Die Noten wurden dann via W-LAN zusammengezogen, was pro Kandidat am Schluss 110 Noten ergab. «Eine sehr hohe und aussagekräftige Detaildichte», sagt Bossard. «Dieses Software-Tool liessen wir von einem Mitglied der Prüfungskommission entwickeln, Hans Kreis, Mitinhaber der Firma Entex GmbH (h.kreis@entex.ch, 079 635 61 88). Für die Schulung der Experten wurde ein ganzer Tag veranschlagt, mit einem dichtgedrängten Programm. Nicht nur musste der Ablauf der Prüfungen vorgestellt werden, sondern es ging auch darum, den Modus der Beurteilung und nicht zuletzt auch die Bedienung der iPads einzuüben. Dazu wurden Prüfungssequenzen echt durchgespielt.

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Durchführung erfolgreich

Mit den anhand dieses Tages gemachten Erfahrungen konnte man sich dann an die Prüfungen selbst wagen. Sie waren ein voller Erfolg für alle Beteiligten. «Die Kandidaten hatten nach anfänglicher Nervosität offensichtlich sogar Spass an der Sache. Sie empfanden die ernsthaften und teilweise kämpferisch geführten Diskussionen untereinander als lustvoll und gaben dementsprechend äusserst positives Feedback. Ähnliches gilt für die Experten, die mit grosser Präzision und trotzdem relativ einfach bewerten konnten.» Und schliesslich gelte dies auch für den Software-Entwicklungspartner. «Wir konnten unser Tool inzwischen an einer BBT-Tagung vorstellen und es besteht bereits Aussicht, dass er es weiter verkaufen kann. Eigentlich ein Riesenkompliment an unsere Arbeit», schliesst Bossard zufrieden.

Interview: Jürg Freudiger

Hans Bossard

Der dipl. Ausbildungsleiter IAP/AEB führte bis Mitte 2011 den Geschäftsbereich Bildung der GS1 Schweiz und war gleichzeitig verantwortlich für die Umsetzung der neu konzipierten Lehrgänge. Als Studien- und Prüfungsleiter zum/zur dipl. Supply Chain Manager/in begleitete er den Pilotlehrgang und zeichnete für die Prüfung verantwortlich. Er lässt sich auf Ende Juli 2012 pensionieren.

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