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Produktionslogistik live

Siebzehn Teilnehmende des GS1- Lehrganges Logistikfachmann/- frau fanden sich Ende Februar in Oerlikon am Hauptsitz der ABB ein. Es war der Startschuss zum Modul «Produktionslogistik» von Thomas Hartmann.

Der Dozent, der unter anderem einen MAS FH Business Engineering Management vorweisen kann, arbeitet im Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Aargau. Vier Tage lang wird er der Klasse das Thema Produktionslogistik näherbringen. Produktionsmittel, -kennzahlen und -konzepte, aber auch die Termin- und Kapazitätsplanung sind Themen, die auf dem Programm stehen. Als Einstieg diente eine Betriebsbesichtigung in der Local Division Power Products der ABB. Organisiert wurde sie von einem der Kursteilnehmer, Marc Honegger, seines Zeichens Schichtleiter des Warehousing-Teams.

Die Local Division Power Products

Andreas Escher, Business Developer, übernahm die Aufgabe, die ABB und die lokale Division vorzustellen. Die bei ABB Oerlikon hergestellten Produkte sind einerseits gasisolierte Schaltanlagen (Gas Insulated Switchgears, kurz GIS) und andererseits Generatorschalter (Generator Circuit Breakers, kurz GCB), die in einem Kraftwerk dazu dienen, bei einer Störung den Stromkreis zu unterbrechen und so den Generator oder den Transformator vor Schäden zu schützen. Die Produktionsbesichtigung betraf aber die GIS. In einer solchen Schalteranlage, fachsprachlich «Feld» genannt, wird elektrische Energie verteilt oder umgespannt. «Typischerweise werden mit den hier gebauten Feldern Spannungen zwischen 245 kV bis zu 1,1 Millionen Volt geschaltet», erläutert Escher. «Schaltanlagen werden in Stromversorgungssystemen, zur Steuerung, zum Schutz und zum Freischalten von elektrischen Anlagen eingesetzt, wobei die Zuverlässigkeit der Energieversorgung erhöht wird. Bei der GIS-Technologie sind alle Funktionsmodule, einschliesslich der Kontakte und Leiter, mit isolierendem Gas geschützt. Kompaktheit, Zuverlässigkeit und Robustheit machen die GIS zur bevorzugten Lösung bei knappem Platzangebot wie z. B. in Städten.»

Neue Produkte

Derzeit ist man dabei, neue Produkte am Markt einzuführen. Sie sind noch kompakter als ihre Vorläufer und werden nicht mehr am Einsatzort zusammengebaut, sondern in einer Flow Production fertiggestellt, getestet und als ganze Felder ausgeliefert. Die Kanban- Fertigung erfolgt in fünf Linien mit acht Takten und möglichst kleiner Losgrösse.

Rundgang

Beim anschliessenden Rundgang konnten diese Prozesse live verfolgt werden. Marc Honegger und einige seiner Kollegen führten kompetent durch die verschiedenen Stationen. In der Wareneingangskontrolle werden vor allem die Mengen und Abmessungen kontrolliert, teilweise aber auch die Qualität. So werden beispielsweise angelieferte Isolatoren geröntgt. In der anschliessenden Vormontage werden sie zusammengebaut. Neben der eigentlichen Montage der GIS-Felder führten Honegger und Co. auch die Lackiererei vor, die Kleinteilreinigung, eine Abteilung, die Werkzeuge für die Endmontage vor Ort zusammenstellt, sowie das Hochregallager. Zwischen diesen Units und der eigentlichen Produktion gibt es kleine Pufferlager. Besonders eindrücklich war für viele Teilnehmende die Endkontrolle, wo die Felder getestet werden, mit eingefülltem Isolationsgas und Spannungen von weit über 500 000 Volt. Dieser Check ist ungemein wichtig, denn die Lebensdauer einer Schaltanlage umfasst 30–40 Jahre.

Sehr gutes Feedback

«Die Besichtigung war super organisiert », zog einer der Teilnehmenden Bilanz. «ABB ist ja ein wichtiges Unternehmen; ich fands ausgezeichnet, da einen Blick hinein werfen zu können.» Ein anderer betonte einen weiteren Aspekt: «Mir imponiert besonders, wie sie ihre Mitarbeitenden einbeziehen. Die Vorschläge zur Optimierung des Produktionsprozesses werden wirklich umgesetzt. » Auch zur Idee, ein Ausbildungsmodul gleich mit Praxis zu starten, fand Anklang: «Ich finde es ausserordentlich gut, das Thema mit einer Betriebsbesichtigung zu beginnen. Die Theorie gibt sozusagen zum vornherein Sinn», sagte einer. Und eine von zwei Teilnehmerinnen des Kurses pflichtete bei: «Diese Anschaulichkeit ist für mich extrem wichtig. Ich bin in der Beschaffungslogistik tätig und in einer ganz anderen Branche. Maschinen und Produktion, das ist für mich Neuland», sagt sie. Und: «Ich fands extrem spannend zu sehen, wie Kanban umgesetzt wird, was das live bedeutet.» Der grosse Praxisbezug gelte im Übrigen für die gesamte Ausbildung, ergänzte ein weiterer Teilnehmer: «Ich würde sagen, rund 80 Prozent des Kursstoffes haben für mich unmittelbaren Bezug zu meinem Betrieb.»

Jürg Freudiger
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