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Von Dorffesten und anderen Projektmanagement-Aufgaben

Jeder hat schon mal ein grösseres Fest auf die Beine gestellt. Dass man anhand der dabei gemachten Erfahrungen schon einiges über das Thema Projektmanagement lernen kann, zeigt Hans-Ulrich Truninger in seinem Unterricht. Derartige Praxisbezüge bewähren sich, sagt er.

Herr Truninger, Sie sind ein erfahrener Dozent. Seit wann unterrichten Sie?

Seit 1981. Ich war damals Berater bei ABB Schweiz und absolvierte eine Weiterbildung zum Betriebstechniker. Da erreichte mich eine Anfrage der Schweizerischen Fachschule für Betriebstechnik SFB in Zürich. Seit da habe ich meine Dozententätigkeit konstant ausgebaut. Heute bin ich unter anderem Ausbildungsleiter an einer renommierten Höheren Fachschule für Technik; und seit 1988 lehre ich auch an der ABBTechnikerschule. Diese Schule wird von der GS1 in Bereich Logistik mitgetragen.

Seit wann sind Sie bei der GS1 selbst tätig?

Seit dem ersten Lehrgang für Logistikfachleute. Das war in den 90er-Jahren für das Modul Projektmanagement. Ich unterrichte es noch heute und zwar in den Lehrgängen zum Logistikfachmann und innerbetrieblich in Unternehmen.

Was sind denn in Ihrem Modul die wichtigsten Inhalte?

Beim Projektmanagement geht es darum, mit einer klar strukturierten Vorgehensweise ein einmaliges, komplexes Vorhaben zu realisieren. Dabei geht man top-down vor, also vom Groben zum Feinen. Es gibt Methoden, welche sich branchenübergreifend einsetzen lassen und die in der Fachliteratur gut abgestützt sind. Ein zentraler Punkt ist die Unterscheidung zwischen vier Arten von Projekten: Organisations-, Koordinations-, Innovations- und reine Investitionsprojekte. Projektmanagement ist ein Grundlagenmodul der neuen SSC-Ausbildungsgänge.

Mussten Sie Ihren Stoff stark überarbeiten?

Schon ein bisschen. Vor allem habe ich bedauert, dass die Investitionsrechnung aus dem Modul rausgenommen wurde. Neu ist es im Rechnungswesen angesiedelt, was natürlich Sinn ergibt. Aber für ein Projekt ist die Investitionsrechnung unabdingbar, also schmuggle ich diesen Stoff rein. Ansonsten ist mein Script aber konsequent auf die Lernziele ausgerichtet; und das funktioniert auch, wie die erzielten Noten bei den Zwischenprüfungen zeigen. 

Unterrichten Sie nach einer bestimmten Methode?

Meine Vorgehensweise orientiert sich seit Jahren am Modell ARIVA. Die Buchstaben stehen für ausrichten, reaktivieren, informieren, verarbeiten, absichern. Das bewährt sich bestens.

Praxisbezug ist in diesen Ausbildungsgängen besonders gefragt. Wie machen Sie das?

Ich kann zum einen aus einem reichen Fundus an Vorzeigematerial schöpfen; beispielsweise Videos von Projekten, die ich selber begleitet habe. Ich wähle aber oft gerade als Einstieg auch sehr einfache Beispiele. So lässt sich etwa anhand der Organisation eines Dorffestes – ein Koordinationsprojekt – sehr vieles aufzeigen, was im Projektmanagement wichtig ist. Jede und jeder hat etwas in der Art schon mal auf die Beine gestellt. Dann merken sie, dass man diese Sachen wirklich brauchen kann, vielleicht sogar im Privatleben. Bisweilen stellt sich sogar Faszination ein für dieses Fach und das sind dann die besten Momente für mich als Dozent.

Gibt es noch andere Highlights?

Was für mich wirklich etwas Schönes ist: Wenn man von ehemaligen Studentinnen und Studenten später wieder hört. Grad neulich wurde ich auf Xing von jemandem kontaktiert. Dann sieht man, was aus den Leuten geworden ist oder wohin sie unterwegs sind. Das ist eigentlich das Grösste, was man als Dozent erreichen kann, dass aus den Leuten etwas wird.

Gibt es auch mühsamere Momente?

Ich unterrichte extrem gerne, auch heute noch, und die Motivation des Dozenten hilft natürlich. Das braucht es auch, wenn beispielsweise an einem Samstagnachmittag die Konzentration nachlässt.

Welchen Eindruck haben Sie denn allgemein von den Studierenden?

Das Niveau zeigt doch etwas gegen unten, sowohl was den Bildungshintergrund betrifft als auch was die Konzentrationsfähigkeit angeht. Manche denken, dass sie gleichzeitig dem Unterricht folgen und SMS schreiben oder im Internet surfen können. Ich finde es etwas peinlich, wenn man erwachsene Menschen bitten muss, während des Unterrichts das Mobile wegzulegen.

Die Klassen selbst erleben Sie als homogen?

Keineswegs, nein: Es gibt ein grosses Gefälle innerhalb der einzelnen Klassen. Das ist dann die Kunst des Dozenten, den Stoff so zu bringen, dass der Schwächste nicht überfordert ist und sich der Stärkste nicht langweilt.

Und wie erleben Sie GS1 als Auftraggeber?

Eigentlich sehr angenehm und äusserst kooperativ. Natürlich habe mich schon Mal ein bisschen geärgert, weil die Auswahl des Unterrichtsortes suboptimal war. Zu kleiner Raum oder zu laute Umgebung in KV-Schulhäusern. Aber man hat immer einen guten Ansprechpartner bei GS1. Auch arbeitet da ein cooles, sehr fähiges Team, finde ich.

Interview: Jürg Freudiger

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Der Dozent

Nach einer Lehre als Elektromechaniker arbeitete Hans-Ulrich Truninger mehrere Jahre bei ABB in Baden, zuletzt in der konzerninternen Produktionsberatung. Anschliessend war er während mehrerer Jahre Personalverantwortlicher und Mitglied der Geschäftsleitung eines mittleren Produktionsunternehmens. Danach wechselte er in den Dienstleistungssektor und war Mitglied der Geschäftsleitung einer mittelgrossen Firmengruppe im Beratungsbereich. Seit 1998 ist er im Mandatsverhältnis Ausbildungsverantwortlicher an der ABB Technikerschule in Baden. Im Jahr 1993, also vor genau 20 Jahren, gründete er sein eigenes Unternehmen, die Truninger Organisationsberatung AG mit der Truninger Kaderselektion. – www.truninger-ag.com

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