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Noch eine gelungene Premiere

Als am 7. (schriftlich) und 29./30. März (mündlich) dieses Jahres 45 Logistikfachleute ihre Prüfung ablegten, stellte dies einen weiteren Meilenstein für die neuen Logistik-Studiengänge dar. Die Verantwortlichen ziehen Bilanz.>

L&F: Soeben haben die ersten Logistikfachleute die Prüfung nach neuem Reglement abgelegt. Wie haben sie abgeschnitten?

Stephan Mathys: Das Gesamtbild, das wir an der Notensitzung gewonnen haben, ist gut, die Erwartungen wurden erfüllt...

Mario Rusca: ...oder sogar übertroffen. Mit nur 45 Kandidatinnen und Kandidaten ist das zwar nicht sehr aussagekräftig, aber immerhin haben 80 Prozent die Prüfung bestanden, deutlich mehr als der Durchschnitt der letzten Jahre.

L&F: Und worauf führen Sie das zurück?

Mario Rusca: Ich denke, dass der Abschluss der SSC-Module nach dem ersten Semester viel gebracht hat. Erstens sitzt dieser Stoff offenbar und zweitens haben die Leute – die ja teilweise sehr lange nicht mehr die Schulbank gedrückt haben – dadurch Prüfungserfahrung gewonnen; das kam ihnen jetzt zugute.

Stephan Mathys: Auch das Konzept der Prüfung selbst hat sich bewährt. Schriftlich waren die Fallstudien mit übergreifenden Themen zu bewältigen, dann folgte der sogenannte Fragenkatalog mit sehr konkreten, geschlossenen Fragen. Und in der mündlichen Prüfung – zwei halbstündige Expertengespräche – gab es teilweise hervorragende Resultate, die Experten waren zufrieden.

L&F: Die Prüfung war aber ziemlich anspruchsvoll, vor allem schriftlich, mit drei Mal zwei Stunden Fallstudien und dann noch zwei Stunden Fragenkatalog, alles an einem Tag.

Mario Rusca: Richtig. Und nach den SSC-Prüfungen hatte es auch Rückmeldungen gegeben, dass dies zu viel sei. Deshalb haben wir das jetzt sehr genau beobachtet. Aber diesmal gab es kein derartiges Feedback, offenbar hat die erste Prüfungserfahrung auch hier gewirkt.

L&F: Eine solche Premiere braucht sicher viel Vorbereitung…

Stephan Mathys: Ja, Ausgangspunkt war die Wegleitung mit den entsprechenden Leistungszielen, die definieren, was die Kandidatinnen und Kandidaten beherrschen müssen. Die Aufgabe der Prüfungskommission bestand darin, die Prüfungen auf Basis der Wegleitung zu erstellen und durchzuführen. Dazu mussten einerseits die Prüfungsfragen erarbeitet werden – die Kommission ist aus Spezialisten so zusammengesetzt, dass alle Prüfungsthemen abgedeckt werden können – und andererseits die Experten ausgebildet werden. Nach der Durchführung der Prüfungen erfolgte, wie bis anhin, eine Notensitzung, für welche die ganze Prüfungskommission zusammenkam. Es geht nicht nur um die Noten selbst, sondern vor allem um die Frage,ob korrekt und fair korrigiert wurde. Und schliesslich werden wir dann bei einem festlichen Anlass, der sogenannten Diplomfeier, die Aufgabe haben, die Fachausweise zu übergeben. Das ist dann zweifellos der schönste Teil.

L&F: Sie sprachen von der Ausbildung der Experten. Was muss man sich darunter vorstellen?

Mario Rusca: Für jede Prüfungsdurchführung veranstalten wir pro Fachbereich einen Expertenworkshop, sowohl für den schriftlichen wie für den mündlichen Teil. Da geht es beispielsweise für die Experten der mündlichen Prüfungen darum, die Gesprächs-führung und den Ablauf der mündlichen Sequenz zu simulieren. Auch die Protokollführung und die Beurteilung werden dabei thematisiert. Ziel ist es, über alle Expertenteams eine möglichst gleichwertige und faire Prüfungssequenz und Beurteilung zu gewährleisten.

Stephan Mathys: Beim Expertenworkshop für die schriftlichen Prüfungen treffen sich die Expertenteams mit den Vertretern der Prüfungskommission für den entsprechenden Prüfungsteil. Nebst dem Austausch und der Diskussion über die eigentliche Aufgaben-stellung besteht das Ziel darin, eine Definition von möglichen Lösungsansätzen und die Harmonisierung bei der Notengebung zu erreichen; Fairness ist das oberste Gebot.

L&F: Ist es eigentlich schwierig, Experten für diese Aufgaben zu finden?

Mario Rusca: Damit gibt es keine allzu grossen Probleme. Die meisten sind seit Jahren dabei. Und wenn jemand ersetzt werden muss, können wir uns auf ein grosses Netzwerk verlassen. Denken Sie nur an die über 5000 Mitgliederfirmen der GS1, an den Logistikleiterclub oder auch schon nur an die Absolventen unserer Ausbildungen.

Stephan Mathys: Und es handelt sich ja auch um Networking. Man kennt sich, trifft sich, lernt aber auch neue, interessante Leute kennen. Dasselbe gilt auch für die Prüfungskommission: Für die schriftlichen Prüfungen bestand ja die Neuerung darin, dass Fallstudien mit übergreifenden Themen zu erstellen waren. Da mussten also Mitglieder der PK zusammensitzen und eine Fallstudie ausarbeiten, die mehrere Themengebiete umfasste. Das brauchte einiges an Hirnschmalz, war aber auch äusserst spannend und hat wohl allen Beteiligten etwas gebracht, weil man neue Aspekte kennenlernt.

L&F: Und wie geht es jetzt weiter?

Mario Rusca: Im Herbst finden die nächsten Prüfungen statt, da erwarten wir dann wesentlich mehr Absolventinnen und Absolventen, rund 150. Im Frühling 2013 nochmal eine Serie. Das werden wir alles genau beobachten. Im Herbst 2013 kommt dann der überarbeitete Anhang zur Wegleitung mit den entsprechenden Leistungszielen zum Einsatz.

L&F: Die Leistungsziele wurden überarbeitet?

Stephan Mathys: So ist es. Wir hatten ja bereits im Vorfeld dieser ersten «heissen» Prüfung eine komplette Musterprüfung erstellt. Anhand der Erkenntnisse und der Diskussionen in der Prüfungskommission wurden einige Leistungsziele in Details angepasst. Die erste Durchführung mit diesen überarbeiteten Leistungszielen findet dann im Herbst 2013 statt.

Interview: Jürg Freudiger

Stephan Mathys

Der dipl. Maschineningenieur HTL (FH) hat sich konsequent im Bereich Logistik weitergebildet und ist heute Senior Projektleiter/Consultant bei W+P Weber und Partner AG in Wil (SG) sowie Mitglied der Geschäftsleitung. Daneben unterrichtet er Techniker HF (im Fach Managementsysteme) bei der SFB, ist Mitglied des Logistikleiterclubs der Schweiz sowie Präsident der Prüfungskommission Logistikfachmann/-frau der GS1.

Mario Rusca

Als Erwachsenenbildner HF ist er bei GS1 als Studien- und Prüfungsleiter verantwortlich für den Lehrgang sowie die Prüfung zum/zur Logistikfachmann/-frau mit eidg. Fähigkeitsausweis. Zudem ist er stellvertretender Leiter des Geschäftsbereichs Bildung bei GS1.

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