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Section 1

Anno domini 1322 – aber nicht von gestern

Ein weltweit agierendes Logistik- Unternehmen, dessen Wurzeln ins 14. Jahrhundert reichen, ein Dozent, der Theorie und Praxis fulminant verbindet, eine Klasse von angehenden Logistikleitern, die das Gebotene konzentriert verfolgen: Das war Roland Loackers Praxistag Distributionslogistik bei der Gebrüder Weiss AG.

Dreizehnhundert und zweiundzwanzig, dies ist die eindrückliche Jahreszahl der ersten Erwähnung eines von den Gebrüdern «Wizze» betriebenen Transportunternehmens in Lindau, Österreich. Aus diesen Wurzeln entwickelte sich nicht nur das grösste private Speditionsunternehmen Österreichs, sondern ein weltweit agierender Konzern, der heute an 158 Standorten rund 5500 Mitarbeitende beschäftigt. Der Hauptsitz der Gebrüder Weiss befindet sich im vorarlbergischen Lauterach, in der Schweiz ist man seit Jahrzehnten in Altenrhein präsent. Im Rahmen der Strategie 2015 ist vor wenigen Jahren ein zweites Logistikterminal in Pratteln in Betrieb genommen worden. Er dient namentlich dazu, Warenströme von und nach Skandinavien, Frankreich und Spanien abzuwickeln. Nach Pratteln hat Roland Loacker seine Klasse denn auch gebeten.

Spannender Start

Zu Beginn erläuterte der Dozent nochmals die Lernziele des Tages. Abgeleitet davon stellte er Lerninhalte und die Themen vor. Im Zentrum stand die proaktive Teilnahme der Studenten und die Verknüpfung zwischen Praxis und Theorie. Nach einem kurzen Überblick über das Tagesprogramm übergab Roland Loacker an GW-Mitarbeiter Markus Eiler. Der Bereichsleiter Europa stellte das Unternehmen kurz vor, präsentierte eine Reihe von eindrücklichen Sheets und erläuterte die Funktion des neuen Mainhubs Pratteln. Es folgten Ausführungen zum Thema Cargo Security (Qualitätssysteme im Transport und beim Warenumschlag, Sicherheitsvorgaben, Risikoreduktion). Hier präsentierte Jeannette Bundschuh, verantwortlich fürs Qualitätsmanagement, einige beunruhigende Bilder und Zahlen. So werden etwa allein in Deutschland täglich fünf ganze LKW mitsamt Ladung gestohlen. Ist einer beispielsweise mit Consumer-Elektronik beladen, kann der Schaden bis zu 100 Millionen Dollar betragen…

Fallstricke auf hoher See

Der nächste Block behandelte das Thema Seefracht. Nach einer theoretischen Einführung in die Thematik (Vertragsgestaltung, Rechtsfragen usw.) durch Roland Loacker am Flipchart stellte Markus Eiler ein Beispiel aus der Praxis vor, bei dem eine Schweizer Textilfabrik eine ausrangierte Maschine an ein Unternehmen in Karachi verkauft. Die Teilnehmenden erhielten alle relevanten Dokumente, Auftragsschreiben, den Letter of Credit, die Abmessungen möglicher Container und vieles mehr. Anhand dieser Unterlagen galt es nun, möglichst viele Gefahren und Fallstricke ausfindig machen: Ist die Maschine am Abholtermin bereits zerlegt und verpackt? Auf welcher Teilstrecke ist die Ware wie versichert? Stimmt der Einschiffungshafen? Genügen die Zeitfenster zum Be- und Entladen? Sind alle im L/C genannten Vorgaben, etwa die Einhaltung der Transportvorschriften oder die Verpflichtungen aus dem Akkreditivgeschäft, erfüllt? Werden in Pakistan geeignetes Personal und die richtige Infrastruktur bereitstehen? Die Studierenden lösen ihre Aufgabe mit Bravour. Trotzdem hat Markus Eiler noch einige zusätzliche Hinweise. Die Grösse der Türöffnung eines Containers beispielsweise, oder die Überprüfung der Sealnummern. Im vorliegenden – echten – Fall war die Ware zudem in Pakistan versichert. Hätte der Schweizer Absender bei einem Zwischenfall sein Geld tatsächlich bekommen?

Hand anlegen

Weitere Ausführungen des reich befrachteten Tages betrafen die Themen Tourenplanung (Loacker), Track & Trace (Eiler) und Haftung im Transportwesen (Bundschuh). Danach aber folgte ein eigentlicher Tageshöhepunkt. Nach einem Rundgang durch das Lager und die Beladestationen galt es nämlich, Hand anzulegen: Auf einem LKW stand ein grosser Behälter, zu rund zwei Dritteln mit Wasser gefüllt. Wie muss er gesichert werden, damit er nicht in Bewegung geraten kann? Als erstes versuchten sich drei Freiwillige des Kurses. Zwar machten sie vieles richtig, aber der Versuch einer Vollbremsung zeigte, dass die Palette mit dem Behälter und dem hin und her schwappenden Wasser trotzdem verrutschte. Erst die Erfahrung des GW-Mitarbeiters Donald Gisin sorgte dann dafür, dass die Ware korrekt gesichert wurde: Mithilfe von Anti-Rutsch-Matten und einer zusätzlichen Palette auf dem Transportgut, mit der das Ganze sicher auf der Brücke festgezurrt werden konnte. Die zweite Vollbremsung lieferte denn auch den Beweis. Jürg Freudiger

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Roland Loacker

Nach seiner Grundausbildung hatte der Vorarlberger bei verschiedenen Unternehmen in Österreich als Spediteur gearbeitet und wurde dann bei M+R Metzger+Richner in St. Margrethen tätig. Hier wurde er Prokurist und später Filialleiter. Danach wechselte er zur Firma Würth Logistics AG in Chur, wo er weitere Karriereschritte im Bereich Supply Chain Management hinter sich brachte. Die nächste Station war Emons Transport AG, wieder in St. Margrethen. Schliesslich wechselte er 2011 zur Abbott Vascular AG im schaffhausischen Beringen, wo er bis heute als Supply Quality Engineer tätig ist. Nach zahlreichen Fortbildungen – unter anderem einem Wirtschaftsstudium an der Uni Innsbruck – agiert er heute neben seinem Hauptjob auch als Berater, Referent und Dozent, seit 2010 auch für die GS1.

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