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Section 1

Fallstudie mit Fallstricken

Auch bei der Pilotklasse der Supply Chain Managers rückt die Prüfung mit grossen Schritten näher. Die Klasse hat inzwischen Zuwachs bekommen: Seit Januar sind einige Logismatiker und Logistik-IT-Leiter dabei, die nur einige Lehrgangs- und Prüfungsmodule besuchen müssen, um zusätzlich das Diplom als eidg. dipl. Supply Chain Manager zu erhalten.

Die Klasse ist nun über 20 Mann – und eine Frau – stark. Die neu Hinzugekommenen haben den Altersdurchschnitt ansteigen lassen. Der Generationenmix tut aber der Stimmung im Unterricht keinen Abbruch: Man ist gut gelaunt und macht Witze und Sprüche. Dabei wird allerdings äusserst konzentriert und seriös gearbeitet.

Section 2

Ideal Komfort AG

Auf dem Programm steht ein Workshop «Exemplarische Prozesse». Er soll dazu dienen, anhand eines komplexen Fallbeispiels den ganzen gelernten Stoff durchzuspielen. Dabei geht es um eine fiktive Firma namens Ideal Komfort AG. Sie hat vier recht unterschiedlich geartete Divisionen: Brillen, Kleider, Uhren und Schuhe; sie stellen unterschiedliche Anforderungen. Der Dozent, Bruno Lifart, stellt zunächst das Unternehmen als Ganzes vor und geht dann auf die einzelnen Divisionen ein. Für jede ist eine Unternehmensstrategie definiert worden, aus der nun eine SCM-Strategie abgeleitet werden muss. Grundsätzlich sollen in Gruppen zwei bis drei Lösungsansätze gezeigt und deren Vor- und Nachteile diskutiert werden. Bezüglich der angewandten Methodik sind die Gruppen frei.

Section 3

Gruppenarbeit

Zunächst soll lediglich die Teilfrage 1 gelöst werden. Zwei Gruppen übernehmen die Brillendivision, zwei weitere beschäftigen sich mit der Fashion-Abteilung. Neben der bereits an sich anforderungsreichen Kernaufgabe besteht die Herausforderung darin, dass bei der jeweiligen Lösung die anderen Divisionen im Auge behalten werden sollen. Angesichts der heterogenen Geschäftsmodelle keine leichte Aufgabe. Besonders die konkrete Ausgestaltung der einzelnen Systeme, ERP, Prognosetools, Lagerverwaltung usw. ist heikel. Es sollen ja beispielsweise nicht vier verschiedene ERPs eingeführt werden. Die Systeme müssen folglich skalierbar sein. So soll etwa eine Software, welche personifizierte Brillenrezepte verwaltet, auch auf Masskleider angewandt werden können. Auf der anderen Seite müssen viele ihrer Features beispielsweise für die Uhren ausgeschaltet werden können. Die Gruppen haben zunächst eine Stunde Zeit, um die Aufgabe zu lösen, dann steht eine Kurzpräsentation an.

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Das Modul und sein Vater

Insgesamt dauert das Modul zwei Tage. Sie sind stark interaktiv gestaltet. Gruppenarbeitsphasen werden von Zwischenpräsentationen unterbrochen. «Dabei lernen die Teilnehmenden nicht zuletzt vom Beobachten der Anderen!», sagt Bruno Lifart. Es ist sein erster Einsatz in diesem Lehrgang. Er kennt die Klasse nicht, und wird unter Umständen auf die Ergebnisse des ersten Tages reagieren müssen. Aber darauf ist er vorbereitet und kann zur Not weitere Anforderungen einbauen, Prozesskosten beispielsweise. Die Aufgaben rund um die Firma Ideal Komfort AG hat er selber kreiert. «Es steht aber eine bekannte Schweizer Firma Pate, deren Geschäftsmodell und Diversifizierungsstrategie in mancher Hinsicht mein Vorbild war», erzählt er. Die Brillendivision hat er aber selber hinzugefügt. Sie liefere die eine oder andere Zusatzkomplikation, merkt er verschmitzt an.

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Hier lauern Fallstricke

Überhaupt ist die Aufgabe alles andere als einfach, dessen ist sich Lifart bewusst. «Vor allem kommt es darauf an, sich angesichts der Komplexität nicht zu sehr in Details zu verheddern», sagt er. Typisch sei auch, dass die Studierenden sozusagen zu unternehmerisch denken und dabei Aufgaben lösen, die gar nicht gefragt waren. «Das wird heute eines der wichtigsten Learnings sein: Die Fragen Stück für Stück abzuarbeiten und nah an der Aufgabe zu bleiben. Das Schema ist: Was ist gegeben? – Was ist gesucht? – Was ist die Lösung?» Wichtig sei zudem, dass die Studierenden lernen, dort wo in der Vorgabe nicht alles definiert ist, selber Annahmen zu treffen – und diese dann aber als solche klar auszuzeichnen.

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Zwischenpräsentation

Gegen Mittag werden erste Ergebnisse präsentiert. Diese fallen tatsächlich sehr unterschiedlich aus, sowohl bezüglich Vorgehensweise, wie auch in der Fokussierung oder in der Art der Darstellung. Während sich zwei Gruppen in die Details der eigenen Division vergraben und die anderen Abteilungen praktisch ignorieren, startet eine Gruppe direkt mit einer Übersicht über deren Ähnlichkeiten und Unterschiede. «Ein richtig oder falsch in der Vorgehensweise gibt es hier nicht», sagt Lifart, «verschiedene Wege führen zum Erfolg.» Er kommentiert die einzelnen Lösungsansätze, angereichert mit ganz konkreten Tipps. Einer davon lautet, an den Experten zu denken: «Der sitzt an einem Sonntag vor einem riesigen Stapel mit Fallstudien. Er kann nicht wissen, was Sie sich überlegt haben. Machen Sie das folglich so klar wie irgendwie möglich.»

Der Dozent

Nach seiner Karriere in der Privatwirtschaft, namentlich bei der damaligen Landis & Gyr, hat sich Bruno Lifart selbstständig gemacht. Seit 2011 ist sein Unternehmen BLC eine AG. Haupttätigkeit ist die Unternehmensberatung mit Schwerpunkt Business-Prozesse, Projektmanagement und Strategieberatung.

Seit 2000 ist er bei GS1 Bildung dabei. Mitaufbau und während 10 Jahren Studienleiter des Logismatiker-, später Logistik IT-Leiter-Lehrgangs. Die letzten beiden Jahre hat sich Bruno Lifart am Aufbau des neuen SCM-Lehrgangs beteiligt. 

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