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Die interdisziplinäre Basis

Als Leiter des Geschäftsbereichs Bildung bei GS1 Schweiz ist Hans Bossard unter anderem mitverantwortlich für die Durchführung und die Abschlüsse der neuen, bereits angelaufenen Weiterbildungen und künftigen eidgenössischen Prüfungen. Er erzählt, wie es zur heutigen Situation gekommen ist.

L&F: Herr Bossard, Sie waren massgeblich beteiligt an der Ausarbeitung der neuen Prüfungskonzepte und der entsprechenden Studiengänge. Am Anfang stand dabei das Projekt «Swiss Supply Chain» (SSC) des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie (BBT). Warum ist dieses Amt damals eigentlich aktiv geworden?

Hans Bossard: Mit dem neuen Berufsbildungsgesetz von 2004 erhielt das BBT den Auftrag, die inhaltliche Koordination der eidgenössischen Berufs- und Höheren Fachprüfungen in verwandten Berufen zu fördern. Eines der grösseren Projekte, die daraus hervorgingen, betraf eben den Bereich Logistik. Hier gab es zu diesem Zeitpunkt nicht weniger als sieben Berufs- und ebenso viele Höhere Fachabschlüsse, welche von fünf verschiedenen Verbänden angeboten wurde. Hier wollte man mehr Transparenz, eine Vereinfachung und Harmonisierung erreichen.

Was war dabei konkret das Ziel?

Ursprünglich wäre die Idee gewesen, am Schluss nur noch eine Berufs- und eine Höhere Fachprüfung zu haben. Es hat sich aber rasch gezeigt, dass diese Vorgabe zu optimistisch war.

Woran scheiterte denn diese Idee?

Daran, dass die einzelnen Verbände ihre eigenen Abschlüsse behalten wollten.

Das klingt nach Sturheit…

Nun, es gab natürlich schon einige hitzige Sitzungen und aufwühlende Diskussionen. Aber Sie müssen sich vorstellen: Für einen Spediteur bedeutet Logistik nun mal etwas ganz anderes als für jemanden, der im Einkauf tätig ist. Der Disponent braucht andere Fähigkeiten als der klassische Lagerist. Es ist sehr wohl nachvollziehbar, dass die entsprechenden Verbände ihre Kernkompetenzen in der Weiterbildung abbilden und die berufsspezifischen Abschlüsse beibehalten wollten; das ergibt Sinn. Aber andererseits gibt es eben auch die generalistische Sicht, für die GS1 steht. Für uns bedeutet Logistik die Gesamtheit der Tätigkeiten rund um den Warenfluss, in Verbindung mit dem Informations- und Wertefluss, bis hin zur Entsorgung beziehungsweise zum Recycling.

Also ist schliesslich alles beim Alten geblieben?

Nein, überhaupt nicht. Wir haben uns dann alle zusammengesetzt und analysiert: Welche gemeinsamen Teile gibt es? Was müssen Kandidaten in allen Gebieten können? Welche Themen werden in der gesamten Logistik in 10 Jahren wichtig sein? Der daraus resultierende Zwischenbericht zeigte 2008 dann doch einige Überschneidungen auf. Und daraus resultierte die Konzeption der sogenannten SSC-Module, welche jetzt gerade in unseren Pilotlehrgängen geprüft werden. Diese Module sind sozusagen die interdisziplinären Fächer, hinter denen alle Verbände stehen können und die gegenseitig anerkannt werden. Die beabsichtigte Harmonisierung ist also wenigstens in Bezug auf die SSC-Module durchaus gelungen, auch wenn sich das BBT letztlich mit weniger zufrieden geben musste als erhofft. Immerhin ist auch die angestrebte Transparenz insofern realisiert worden, als heute ein Kandidat erkennen kann, welche Weiterbildung für ihn die richtige ist.

Dann hat sich der lange Weg gelohnt?

Grundsätzlich ja. Wir von GS1 Schweiz hätten uns allerdings noch mehr Gemeinsames gewünscht.

Sie selbst sind nach wie vor ziemlich absorbiert von diesem Projekt. Bleibt genügend Zeit für Ihre weiteren Tätigkeiten im Geschäftsbereich Bildung der GS1?

Die Belastung ist in der Tat an der Grenze. GS1 Schweiz hat ja ein breites Bildungs- und Weiterbildungsprogramm mit verschiedenen Seminaren im Bereich Logistik und Supply Chain Management. Es gehört mit zu unseren Aufgaben, all diese Tätigkeiten zu betreuen. Nicht zuletzt gilt es, diese Kurse mit fähigen Dozenten zu bestücken. Die Suche nach Lehrkräften, die in der Praxis verankert sind und gleichzeitig methodisch- didaktische Fähigkeiten aufweisen, beschäftigt mich seit 13 Jahren, also schon während meiner Zeit bei der SGL. Für GS1 Schweiz arbeiten bis Ende Jahr rund 60 Dozenten und 150 Experten, die in der Wirtschaft ausnahmslos Kaderpositionen bekleiden.

Die Kombination von wirtschaftlicher Klasse und didaktischer Exzellenz ist vermutlich nicht gerade häufig?

Das ist richtig. Aber es bringen doch viele ausgezeichnete Führungskräfte auch Fähigkeiten in der Vermittlung ihrer Gebiete mit. Wo nötig, können wir sie in methodisch-didaktischer Hinsicht schulen, das lohnt sich praktisch immer. Inzwischen sind wir übrigens in der komfortablen Lage, dass sich immer mehr ausgewiesene Bewerber von sich aus bei uns melden. Qualität spricht sich eben herum.

Interview: Jürg Freudiger

Hans Bossard

Nach der Lehrzeit als Maschinenschlosser und dem Abschluss der Ausbildung als eidg. dipl. Betriebstechniker TS wandte sich Hans Bossard (Jahrgang 1948) der Erwachsenenbildung zu. Er absolvierte eine Fachlehrerausbildung in Methodik und Didaktik, bildete sich am IAP in Zürich zum dipl. Ausbildungsleiter weiter und besuchte vor einigen Jahren den Nachdiplomkurs Mediation an der FHNW.

Nach diversen Stationen, unter anderem bei der früheren SGL, führt Hans Bossard heute als Mitglied der Geschäftsleitung den Bereich Bildung bei GS1 Schweiz. Sein aktueller Schwerpunkt liegt in der Umsetzung der neu konzipierten Lehrgänge und der entsprechenden Berufs- und Höheren Fachprüfungen.

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