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«Grenzwertig bestanden»

Das zweitägige Modul «Fallstudie» hat den Zweck, die Studierenden des Logistikleiter-Lehrgangs auf die im April anstehende Prüfung vorzubereiten. Durchgeführt wird es von Bruno Giger, einem Mann mit grossem Erfahrungshintergrund

In diesem bitter kalten Samstagmorgen herrscht zunächst Aufregung im Seminarraum der Klubschule Winterthur: Die Putzequipe hat nicht nur Bestuhlung und Tischordnung des Raums verändert, sie hat offensichtlich auch sämtliche Flipcharts, die sie vorgefunden hat, in den Abfall geworfen. Damit ist die Dokumentation der Arbeit fast eines ganzen Tages vernichtet. Die betroffenen Studenten bleiben aber gelassen und machen sich unverzüglich daran, die verlorenen Charts, die sie für ihre Präsentation am Nachmittag benötigen, zu rekonstruieren.

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Das Werkstattprojekt

«Wir haben am ersten Tag zunächst mal die Erwartung der Teilnehmenden aufgeschrieben», berichtet Bruno Giger. Da seien im Wesentlichen die üblichen Punkte gekommen. «Man würde sich natürlich gern sicher fühlen und mit Selbstvertrauen in die Prüfung gehen, aber das kann ein solcher Workshop nicht vermitteln. Doch wir können zusammen lernen, mit der Unsicherheit umzugehen.»

Den Hauptpunkt des Moduls bildet eine grosse Gruppenarbeit, bei welcher eine komplexe Fallstudie bearbeitet werden muss. Diese Situation entspricht einem der Prüfungsteile. Darüber hinaus wird es Einzelprüfungen geben; zudem werden die Studierenden eine Diplomarbeit verfassen müssen, welche sie im Herbst präsentieren. Erst dann wird der Abschluss geschafft sein.

«Meine Arbeit besteht in dieser Phase vor allem darin, dass ich die Gruppen bei ihrer Arbeit beobachte und dann Feedback gebe», erläutert Giger. «Korrigierend eingegriffen habe ich vor allem am Morgen des ersten Tages, denn der Start ist sehr wichtig.»

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Planen!

Entscheidend sei nämlich die Planung. Dass man unterteile in eine Vorbereitungsphase, wo es vor allem darum gehe, die Aufgabe zu verstehen, eine Lösungsphase, während der die einzelnen Fragen und Teilfragen vollständig beantwortet werden, und eine Nachbereitungsphase, bei der man die erarbeiteten Lösungen noch einmal kritisch prüft. «Dazu müssen sie einen Zeitplan aufstellen, die Gruppe organisieren und die Aufgaben verteilen», sagt Giger. «Hier geht es natürlich auch um Sozialkompetenz. Es soll keinen Chef geben, sondern einen Moderator, der als Primus inter Pares agiert.»

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Die Gruppen an der Arbeit

Das scheint hervorragend zu klappen. Die Klasse besteht nur noch aus acht Studenten, von denen an diesem Morgen zudem einer fehlt. So gibt es lediglich eine Vierer- und eine Dreiergruppe. Die aber sind bestens organisiert. Mal arbeitet man intensiv allein oder zu zweit, mal wird heftig im Plenum diskutiert. Überall hängen und liegen voll beschriebene Flipcharts. «Situationsanalyse», «Warenfluss», «Beschaffungsplanung», «Dispo Infoflüsse», «Materialflussschema», das sind nur einige der Überschriften dieser intensiv bearbeiteten Charts. Und immer wieder wird heftig diskutiert, ergänzt, korrigiert, verglichen. Ganz offensichtlich fliessen bedeutende Mengen an Theorie in die Arbeit: Die drei Semester Studium zeigen Wirkung.

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Grosser Lerneffekt

«Das ist so», bestätigt der Student Thorsten Hnida. «Praktisch das ganze theoretische Wissen, das wir uns erarbeitet haben, fliesst heute ein. Aber genau so wie heute haben wir die ganze Zeit über auch extrem voneinander profitiert.» Seine Äusserung wird mit allgemeinem Nicken quittiert. «Und deshalb ist auch in einem solchen Workshop wie heute der Lerneffekt extrem hoch. Ich hätte gerne mehr davon gehabt.» Jetzt wolle er die sieben Wochen, die bis zur Prüfung noch bleiben, optimal nutzen. Aber die Sache habe sich auf alle Fälle gelohnt, sagt er und erntet auch hier die Bestätigung seiner Kollegen.

«Allerdings war das Können der Dozenten nicht einheitlich», ergänzt Udo Landsmann kritisch. Neben einigen wirklich herausragenden Leuten habe es auch reine «Folienabarbeiter» gegeben, und in einem Fall habe man das Modul sogar abgebrochen. «Der hat praktisch jede Frage, die wir gestellt haben, gegoogelt», regt er sich bis heute auf. GS1 habe auf diese Situation sofort reagiert, beschwichtigt Stefan Rüttimann, mehrheitlich sei das Niveau überdurchschnittlich gewesen.

Vor allem habe man wirklich viele neue Erkenntnisse gewonnen, ergänzt Ronny Hufschmid. «Ich kann heute im Geschäft eine Variantenvielfalt an Lösungen anbieten, es kommen wirklich viele Ideen zusammen.»

Und das Modul «Fallstudie» wird ebenfalls positiv bewertet. «Wir bekommen eine Vorstellung, was uns an der Prüfung erwartet», sagt Landsmann. «Gestern hätte ich, glaube ich, ‹grenzwertig bestanden›.»

Der Dozent

Bruno Giger blickt auf über 20 Jahre Führungserfahrung in der Privatwirtschaft zurück und ist auch seit längerer Zeit als Dozent und Trainer tätig (mehr unter www.brunogiger.ch). Nach einer kaufmännischen Grundausbildung hat er verschiedene Weiterbildungen absolviert, unter anderem diejenige zum Logistikleiter im allerersten Kurs der GS1, 1997. Inzwischen ist er auch eidg. dipl. Betriebsausbilder. Heute ist seine Haupttätigkeit die Personalvermittlung, zusammen mit der Führung zweier Personal-Sigma-Geschäftsstellen in der Innerschweiz.

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