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«Man ist, was man gelernt hat»

Martin Bossert ist ein Experte für Prognosesysteme. Der Einstieg ins IT-Fach gelang ihm im Berufsalltag über die computergestützte Logistik. Mit der Weiterbildung zum Logistik-IT-Leiter erwarb er sich zum Praxiswissen das theoretische Fundament.

«Ohne IT-Lösungen ist Logistik heute nicht mehr möglich.» Martin Bossert weiss wovon er spricht. Der 43-Jährige hat die Entwicklung von computergesteuerten Prozessen in seiner Branche hautnah miterlebt und -gestaltet. Nach einer Lehre als Lebensmitteltechnologe arbeitete der Aargauer als Fertigungsplaner bei der Migros-Bäckerei JOWA. Ab 1999 war er dort Leiter der Materialwirtschaft und beschäftigte sich erstmals intensiv mit computergestützter Logistik: «Während zwei Jahren wurde damals bei der JOWA ein SAP-System für die gesamtschweizerische Materialwirtschaft eingeführt. Als Keyuser war ich Teil des Projektteams.»

Vom Student zum Dozent

Bei seinem darauf folgenden Arbeitgeber, dem Migros-Genossenschafts-Bund, wurde zwischen 2002 bis 2008 die Lagerung und Verteilung der Produkte an zwei Standorten zentralisiert. «Die Logistik wurde durch ein SAP-System vereinheitlicht, und ich arbeitete als Logistikberater an der Einführung mit», erklärt Bossert. Längst schon hatte ihn die Faszination gepackt, mithilfe einer Software sämtliche Geschäftsprozesse eines Unternehmens abwickeln zu können. «Durch die Anwendung im Beruf war mir der Einstieg ins IT-Fach gelungen. Doch ich hatte das Bedürfnis, meine Praxis-Kenntnisse zusätzlich mit Theorie anzureichern», so Bossert. Er suchte deshalb nach einer passenden Weiterbildungsmöglichkeit und stiess beim Fachverband für nachhaltige Wertschöpfungsnetzwerke, GS1 Schweiz, auf einen Lehrgang, der auf ihn zugeschnitten schien: «Beim Diplomkurs Logistik-IT-Leiter, heute wird er unter dem Namen Supply Chain Manager geführt, stimmten die Inhalte mit denjenigen Themen überein, mit denen ich beschäftigt war.» So habe er den Stoff der Weiterbildung, die er von 2007 bis 2008 absolvierte, mit vielen Beispielen aus dem Alltag ergänzen können. «Das hat mir das Lernen sehr erleichtert.» Auch das Thema seiner Diplomarbeit bezog Bossert direkt aus seinem Berufsalltag: Er schrieb über das Prognosesystem bei der Migros. Die Arbeit überzeugte die Verantwortlichen für den Lehrgang bei GS1 Schweiz derart, dass sie den frischgebackenen Logistik-IT-Leiter als Dozent für das Modul Prognosesysteme anfragten. Bossert unterrichtet seither angehende Supply Chain Manager zu diesem Thema.

Karriereschritt ausgelöst

Fast so wichtig wie der Inhalt war für Martin Bossert während des Lehrgangs aber auch das Zusammentreffen mit Teilnehmern aus anderen Branchen und Unternehmen. «Ich konnte meinen Horizont erweitern und habe gesehen, was es ausser dem Detailhandel sonst noch gibt.» Der Kurs sei letztlich der Auslöser dafür gewesen, dass er den Schritt in eine andere Branche und in ein internationales Umfeld gewagt habe. Denn die nächste Berufsstation suchte sich Bossert nach diesen Gesichtspunkten aus und fand die Voraussetzungen beim Industrieunternehmen Franke, das in der Küchen-, Sanitär- und Industrietechnik tätig ist. «Dort hat mir das Gelernte aus der Weiterbildung sehr geholfen», erinnert sich Bossert. Anfänglich Mitglied im Supply Chain Team, übernahm er 2009 die Leitung des Supply Chain Managements. In dieser Funktion war er für die SAP-Einführung in Italien, Polen, Deutschland, England und der Schweiz verantwortlich. Ausserdem bewegte er sich in einer für ihn neuen Berufswelt: «Die Geschäftssprache war Englisch, und ich war zu achtzig Prozent meiner Arbeitszeit auf Reisen.»

Internationales Lebensgefühl

Weil diese Arbeitsweise zwar spannend aber auch anstrengend ist, wechselte Bossert 2012 zum Energieunternehmen Alstom nach Baden-Dättwil. Hier sind die Arbeitsbedingungen mit dem Sozialleben verträglicher – Bossert ist noch ein- bis zweimal monatlich auf Reisen – die globale Ausrichtung des Konzerns ist jedoch auch am Arbeitsplatz in der Schweiz allgegenwärtig. Der Fachmann könnte es sich auch gar nicht mehr anders vorstellen: «Die internationale Arbeitsweise hat mich gepackt.» Er übernahm ein SAP-Team, das für die Instandhaltung der Gasturbinen-Flotte zuständig ist, die auf der ganzen Welt verteilt ist. Seit Sommer 2014 ist der Vater von zwei Töchtern im Teenageralter Delivery Group Manager für den Standort Baden. «Mit der IT unterstützen wir die Prozesse in sämtlichen Geschäftsbereichen, etwa auch in der Lohnbuchhaltung.» Im globalisierten Engineering, in dem Projekte nicht mehr mehrere Wochen sondern über Jahre angelegt sind, müsse er heute ganz anders planen und denken, als an früheren Arbeitsstellen.

Das Leben gestalten

Von der Logistik ist Bossert mittlerweile ein grosses Stück entfernt. «Aber ohne den logistischen Background würde es mir um einiges schwerer fallen, die Prozesse zu verstehen.» Der ambitionierte Berufsmann ist überzeugt: «Man ist, was man gelernt hat.» Eine Weiterbildung zu besuchen, bedeute auch, aus dem Tagesgeschäft herauszukommen und neue und andere Arbeitsweisen kennenzulernen, was für die berufliche und persönliche Entwicklung sehr bereichernd sei. Bossert selber erweitert seinen Horizont in einem Rhythmus von fünf Jahren mit einer Weiterbildung – im Sommer 2014 hat er ein eineinhalbjähriges Nachdiplomstudium in Business Engineering abgeschlossen. «Man muss sich fragen, wo man steht und wohin man will. Bei mir zeigt die Tendenz Richtung Management.» Martin Bossert nimmt seine Karriere tatkräftig in die Hand – das entspricht seiner Grundhaltung: «Das Leben hat viel zu bieten, aber gestalten muss man es selber.» Julia Konstantinidis
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Zur Person:

Martin Bossert ist 1972 in Lund/Schweden geboren. Er ist seit 2012 Delivery Group Manager beim Energiekonzern Alstom in Baden-Dättwil. Seit 2008 unterrichtet Bossert das Fach Prognosesysteme im Lehrgang zum eidgenössisch diplomierten Supply Chain Manager bei GS1 Schweiz. Der Aargauer hat zwei Töchter im Teenageralter und lebt mit seiner Familie in Rothrist/AG.

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