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Regeln für die Schweiz AG

Zu den Modulen, die Absolventen der Logistik-Lehrgänge von GS1 absolvieren müssen, gehört auch eines mit dem Titel «Rechtliche Kenntnisse». Zuständig ist ein Anwalt aus Zug, Patrick Baumgartner.

Als er zum ersten Mal in die Rolle des Dozenten geschlüpft sei, habe er es so gemacht, wie er es von der Uni gekannt habe, nämlich frontal, berichtet der knapp 34-jährige Patrick Baumgartner. Nach einem Besuch in der Klasse habe ihn dann Franco Miani, Studienleiter der GS1, auf andere Möglichkeiten hingewiesen, namentlich auf die sogenannte ARIVA-Methode. «Sie ist für mein Fach meiner Meinung nach nur bedingt geeignet», sagt Baumgartner, «aber ich hab mir die Sache angesehen und sofort einige Elemente übernommen. Der Erfolg hat sich umgehend eingestellt. »

Aufbau eines Blocks

Er beginne jetzt immer mit einer Einleitung, bei der er versuche, das anstehende Thema möglichst im Alltag zu verankern. Darauf folge ein Infoblock, der einzige frontale Teil sozusagen. Danach gibt es jeweils eine Übung samt anschliessender Diskussion. Zum Schluss kommt noch eine Phase, die der Vertiefung dient. Auch sein Modul starte er mit Alltagsbezug: Er bittet seine Studierenden nämlich, sich die Schweiz als eine AG vorzustellen, ein Riesenunternehmen mit 8 Millionen Mitarbeitenden. «Da ist dann jedem sofort klar, dass es Regeln und Reglemente braucht. Und so kann ich den Übergang zum Recht machen. »

Trocken?

Und so füllt sich das vielleicht im ersten Moment trocken erscheinende Thema mit Leben. Was ist überhaupt eine Rechtsordnung? Wie ist das schweizerische Recht aufgebaut? Das sind die Fragen, die am Beginn des zweitägigen Moduls stehen. «Ich zeige dann auf, über welche grundlegenden Kenntnisse jeder verfügen sollte, etwa die Unterscheidung von Privatrecht und öffentlichem Recht.» Aber schon bei diesen Basisbegriffen versuche er laufend, einen Bezug zu Logistikthemen zu schaffen.

Verträge
Beispielsweise gehört zum Privatrecht als Teilgebiet das Vertragsrecht. Aber was ist überhaupt ein Vertrag? Wie kommt ein Vertrag zustande? Welche Mängel kann er haben? «Dabei kann ich zeigen, dass wir alle in unserem Alltag – oft ohne es zu wissen – dutzendfach mit Verträgen zu tun haben. Jede einfache Offerte ist bereits Logistik & Fördertechnik Nr. 2 • 14. Februar 2014 die Vorstufe zu einem Vertrag! So wird den Studierenden rasch klar, wie wichtig das Thema ist; und sie beginnen, sich einzubringen.» Am zweiten Tag des Moduls werden einige spezifische Verträge untersucht und passende Übungen absolviert. «Dabei tauchen meistens interessante Fragen auf, die ich aufnehmen und weiterspinnen kann.»

Aus der Gerichtspraxis

Als wertvoll erweisen sich auch Geschichten aus Baumgartners eigener Tätigkeit. Als Anwalt ist er nämlich sowohl beratend, als auch prozessierend aktiv. «Es geht oft um Verträge und ich habe auch Klienten aus dem Bereich Logistik, das ist dann natürlich besonders spannend, auch wenn ich selbstverständlich selbstverständlich keine Namen nennen und nichts erzählen darf, was irgendwelche Rückschlüsse ermöglicht. Aber solche Blicke hinter die Kulissen finden sie spannend.» Dabei kann es sich aber auch um alltägliche Beispiele handeln. So etwa die Geschichte eines Testaments, welches den Kindern einer Verstorbenen seltsam vorkam: Ein Haus war einem Altersheim vererbt worden, aber die betreffende Frau hatte eine ausgesprochene Abneigung gegen Altersheime. Es stellte sich heraus, dass das Testament von einer Nachbarin geschrieben worden war. «Es gibt eben auch Dokumente, die besser beurkundet werden», meint Baumgartner lakonisch.

Die Herausforderung

Den Unterricht bei seinen Logistikleiter- und Supply-Chain-Manager- Klassen findet Patrick Baumgartner sehr spannend. «Vor allem auch der Mix», sagt er. «Vom KVAbsolventen bis zum Lebensmittelingenieur kommen sämtliche Berufe und Bildungshintergründe vor.» Dadurch seien auch die vorhandenen Rechtskenntnisse vollkommen unterschiedlich. «Was für den einen völliges Neuland ist, ist für den anderen Alltag.» Hier sei dann eben der Dozent gefordert. Es gelte, den einen nicht zu überfordern und den anderen nicht zu langweilen. «Aber ganz allgemein sind die Teilnehmenden sehr offen und zeigen ein beeindruckendes Interesse. Und dementsprechend steil ist auch die Lernkurve!»
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Der Dozent

Patrick Baumgartner hat an der Uni Zürich Rechtswissenschaften studiert. Das Patent als Rechtsanwalt des Kantons Luzern erhielt er 2008. Danach war er drei Jahre lang Gerichtsschreiber an der handelsrechtlichen Abteilung des Kantonsgerichts Zug. Seit 2011 ist er angestellter Rechtsanwalt und Notar bei der Kanzlei Neese Hagmann Stalder. Im selben Jahr erhielt er das International Legal English Certificate der University of Cambridge. 2013 folgte die Ermächtigung als Notar des Kantons Zug. Zum GS1-Dozenten ist er 2011 auf Empfehlung eines Anwaltskollegen geworden. Er fühlt sich von GS1 bestens und in unkomplizierter Weise betreut und freut sich darauf, 2014 das Seminar Methodik & Didaktik der GS1 zu besuchen.

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