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Section 1

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Mit der Diplomübergabe Ende Februar 2013 endet das im Jahr 2005 durch das damalige BBT ins Leben gerufene Projekt SSC. Die Studien- und Prüfungsleiter Mario Rusca (Logistikfachleute) und Franco Miani (Logistikleiter und Supply Chain Managers) ziehen Bilanz.

Wer von den beiden Herren eine kritiklose Selbstbeweihräucherung erwartet, sieht sich eines Besseren belehrt. Zwar sei die Bilanz grundsätzlich sehr wohl positiv und in einigen Hinsichten sei man wirklich zufrieden, aber Optimierungspotenzial sei eben auch vorhanden. «Wir haben die Flughöhe zu vielleicht 90 Prozent erreicht», sagt etwa Franco Miani, «jetzt wird es darum gehen, aus etwas Gutem etwas sehr Gutes zu machen.» Ganz ähnlich klingt es bei Mario Rusca. «Grundsätzlich ist das Resümee positiv, das kann man so mal laufen lassen», aber die SSCModule – also diejenigen, welche im ersten Semester eine Basis legen sollen – bleiben ein Thema. Die Leistungsziele sind etwas hoch gegriffen. Wir haben bereits korrigiert und werden das weiter verfolgen », sagt er.

Section 2

Form und Inhalt: die Prüfungen

Was die Abschlussprüfungen betrifft, so hat man bei den Logistikfachleuten mit zwei vollständigen Prüfungen und weit über hundert Kandidaten eine breite Beurteilungsbasis. Neu war hier vor allem die Form mit bereichsübergreifenden Fallstudien, die von zwei Experten gemeinsam erstellt worden waren. «Das hat sich bewährt, nur müssen wir schauen, dass diese Fallstudien ähnlich komplex sind und nicht allzu grosse Unterschiede bestehen», sagt Rusca. In der entsprechenden Prüfungskommission seien neue Mitglieder hinzugekommen, die auch hier neue Impulse einbringen. Bei den von ihm betreuten Klassen sieht Franco Miani einen gewissen Justierungsbedarf, was die Prüfungsinhalte angeht. Begeistert zeigt er sich jedoch in Hinblick auf die Form der Assessments (vgl. L&F 7/8 2012, S. 50–51). «Sie bieten den Studierenden hervorragende Lernchancen in Sachen Selbst-, Sozial- und Fachkompetenz.»

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Freie Themenwahl – eine Herausforderung

Auch bei den zu Prüfenden seien die Assessments sehr gut angekommen. «Und hier waren sie auch gut!», sagt Miani. Sorgen mache er sich hingegen bei den Diplomarbeiten. Diese haben nämlich dafür gesorgt, dass es bei den Abschlüssen der Logistikleiter mit nur 33 % eine sehr geringe Erfolgsquote gegeben habe. «Die Basis ist mit nur sechs Kandidaten sehr klein, aber es zeigt eine Tendenz auf und das gehen wir an.» Vermutet wird, dass vor allem die freie Themenwahl für die schlechten Resultate verantwortlich war. «Früher war das Thema der Diplomarbeiten vorgegeben, das gab Halt», erklärt Miani. In einem Workshop mit den zuständigen Experten hat man sich der Sache nun angenommen; man will besser informieren und vor allem das Feedback in der Planungsphase optimieren. «Derzeit kommen die Dispositionen der zweiten Klasse herein und wir können unsere Ideen bereits umsetzen.»

Section 4

Quotenfragen

Dass eine Erfolgsquote von nur 33% zu denken gibt, ist klar. Andererseits haben 78 % aus der SCM-Klasse bestanden; und bei den Logistikfachleuten waren drei Viertel der Absolventen erfolgreich. Das wirft die Frage auf, ob die GS1 eigentlich Vorstellungen von den Quoten hat oder gar eine bestimmte Prozentzahl anvisiert. Auf diese Frage reagieren beide Prüfungsleiter entrüstet: «In keiner Weise! Dieses Gerücht hört man immer wieder, aber daran ist nun wirklich nichts wahr», erläutert Miani. «Vielmehr gilt unser Fokus dem Ziel, die Messlatte immer gleich hoch zu halten. Damit wollen wir einerseits den Prüflingen sowie andererseits der Wirtschaft die Sicherheit geben, dass alle Absolventinnen und Absolventen, egal in welchem Jahr sie abgeschlossen haben, über die gleich hohe Hürde springen mussten – Kontinuität sichert den Wert des Berufsbildes. Einfluss auf die Quoten zu nehmen liegt uns in diesem Sinne fern, es wäre langfristig kontraproduktiv.»

Section 5

Befruchtend: der Austausch

Ein interessanter Aspekt ist die Tatsache, dass die Erfolgsquote bei grösseren Klassen höher war, wie Mario Rusca betont. Das liege daran, dass in einer Klasse mit beispielsweise 22 Teilnehmenden eine grosse Menge an Diversität ins Spiel komme und die Studierenden so voneinander profitieren können. «Dieses Feedback haben wir oft gehört und das wollen wir unbedingt unterstützen», betont er. Und Miani ergänzt: «Dass die Studierenden voneinander lernen, ist Teil der Unterrichtsmethodik ARIVA.» Dabei stehe A für «Ausrichten», R für «Reaktivieren», I für «Informieren » und das letzte A für «Absichern ». «Wichtig ist aber eben das V für «Verarbeiten». Das machen die Teilnehmenden zusammen, wir lassen sie gleich am ersten Tag Lerngruppen bilden – und das bewährt sich.»

Section 6

Ziel erreicht?

Somit stellt sich die Frage nach einer abschliessenden Bilanz. Sind alle Ziele erreicht?

Die beiden Studienleiter ziehen ein differenziertes Fazit: Wenn die Messlatte die sei, die das damalige BBT (heute Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation, SBFI) formuliert habe, dann habe man das Ziel wohl eher verpasst: «Zwei Berufsbilder mit verschiedenen Vertiefungsrichtungen, eine Vereinfachung und Harmonisierung für die ganze Branche, davon sind lediglich die SSC-Basismodule übrig geblieben», sagt Miani. «Doch das ist das Resultat eines langen Prozesses, in den alle Verbände involviert gewesen sind» (vgl. L&F 4/2011, S. 42–43). Rusca ergänzt: «Und wenn man diese hehren Ziele mal weglässt, dann dürfen wir wirklich zufrieden sein. Unser Ziel bleibt, die Wirtschaft mit ausgezeichneten Fachkräften zu versorgen. Und das tun wir.»

Jürg Freudiger

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