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Hanspeter Stöcklin
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GS1 Consulting

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Hilfsgüter dank GS1 richtig zustellen

Die Vereinten Nationen setzen in der Flüchtlingshilfe auf GS1 Standards, um Hilfsgüter besser zu verteilen. Das UNHCR hat eine durchgehende „End-To-End Relief Chain” konzipiert, die dank GS1 Standards die Warenflüsse verbessert und ihre Steuerung erleichtert.

Weltweit sind mehr als 60 Millionen Menschen auf der Flucht: Kriege, Verfolgung und Naturkatastrophen haben sie aus ihrer Heimat vertrieben. Das ist die höchste Zahl seit dem zweiten Weltkrieg und entspricht beinahe der Bevölkerung Frankreichs. Rund zwei Drittel dieser Menschen erreicht die Hilfe des UNHCR, der 1950 gegründeten Flüchtlings-Hilfsorganisation der Vereinten Nationen. Das UNHCR fokussiert sich auf die Versorgung der Menschen mit Basisgütern wie Zelten, Decken oder Küchensets. Die Wirksamkeit der geleisteten Hilfe ist stark von der effizienten Logistik abhängig.

Die humanitäre Logistik erfolgt unter besonderen Bedingungen. Es gibt keine „normalen“ Handelsrouten, die Transportbedingungen sind von der politischen Lage oder der Sicherheitslage abhängig. Logistische Informationen sind oft fehlerhaft und müssen aufwändig kontrolliert und korrigiert werden. Die ERP-Führung reicht nur bis in die lokalen Lager des UNHCR, die letzte Meile kennt kaum einen IT-Einsatz. Deshalb ist die humanitäre Logistik aufwändig: Sie verschlingt bis zu 80 Prozent der Kosten für humanitäre Hilfseinsätze. Bessere und effizientere Logistikprozesse können hohe Einsparungen ermöglichen und Mittel für sinnvollere Zwecke freimachen.

Deshalb hat das UNHCR mit GS1 Standards eine „End-To-End Relief Chain” konzipiert. Sie erlaubt die durchgängige Warenverfolgung vom Hilfsgüterlieferant bis zum Empfänger. Für die neue „End-To-End Relief Chain” des UNHCR kommen zahlreiche Standards von GS1 zum Einsatz. Alle Standorte wie Lieferant, Hauptlager, Verteilzentren und Verteilpunkte erhalten eine Global Location Number (GLN). Die „Core Relief Items“, das sind Zelte, Küchensets, Decken, Kanister, Planen und Eimer, werden mit einer Global Trade Item Number (GTIN) identifiziert. Auch die jeweiligen Handels- und Logistikeinheiten erhalten eine GTIN.

Insbesondere werden auch die Empfänger identifiziert: Für Haushalte wird eine Global Document Type Identifier (GTDI) und für Einzelpersonen eine Global Service Relation Number (GSRN) vergeben. Als Datenträger all dieser Standardcodes fungieren die GS1 DataMatrix und der GS1-128 Barcode. Dank dieser Massnahmen können Hilfsgüter bis zum Endempfänger nachverfolgt werden.

Das UNHCR strebt mit dem durchgehenden Einsatz von GS1 Standards klar definierte Ziele an. Die Transportvorgänge in der Hilfskette sollen transparenter werden. Qualität und Umfang der warenbegleitenden Informationsflüsse werden steigen. Die Leistungsverantwortung aller Beteiligten erhöht sich und die Leistungsfähigkeit der gesamten Hilfskette nimmt zu.