Beispiele für eine Supply Chain sind die Lieferketten der Automobilindustrie der Konsumgüter oder der textilen Wertschöpfungskette. Die Supply Chain ist gesamtheitlich betrachtet ein unternehmensübergreifendes virtuelles Organisationsgebilde (Netzwerk), das spezifische Wirtschaftsgüter für einen definierten Zielmarkt hervorbringt. Die ECR-Modelle zielen darauf ab, innerhalb dieser Wertschöpfungskette Instrumente zu ihrer Steuerung und Kontrolle bereitzustellen. Andere gängige Begriffe für die Supply Chain sind Versorgungskette, Lieferkette oder logistische Kette. Zur optimalen Gestaltung der Supply Chain stellt ECR verschiedene Prozessmodelle zur Verfügung, welche auch in Kombination eingesetzt werden können.
Je nachdem sind unterschiedliche Prozesse zur Sicherstellung eines effizienten Warennachschubs sinnvoll. ECR stellt bisher folgende Nachschubprozesse zur Verfügung: Vendor Managed Inventory (VMI), Co-Managed Inventory (CMI) oder Buyer Managed Inventory (BMI) sowie ein- odert zweistufiges Cross Docking und Direct Store Delivery.
Unter Vendor Managed Inventory (VMI) versteht man das lieferanten- bzw. herstellergesteuertes Bestandsmanagement. Bei diesem logistischen Modell verwaltet der Lieferant den Bestand der Verwendungs- bzw. Verkaufsstellen. Er generiert die Bestellungen für seine Kunden auf Basis der Filial- und/oder Lagerbestände und der in den Verkaufsstellen geplanten Verkaufsförderungsmassnahmen.
Bei einem Co-Managed Inventory (CMI) liegt das Bestandsmanagement bei Lieferanten und Kunden gemeinsam. In diesem Modell generiert der Lieferant lediglich Teile der Bestellung für einen Kunden (z.B. nur Normalware) bzw. behält sich der Kunde vor, Bestellvoryschläge des Lieferanten jederzeit zu ändern.
Das Buyer Managed Inventory (BMI) umschreibt das herkömmliche Bestellverfahren, wobei der begleitende Informationsfluss einheitlich automatisiert und damit verbessert wird.
Mit dem ein- oder zweistufigen Cross-Docking-Prozess wird das Ziel verfolgt, die Anlieferung der Waren an den Cross-Docking-Punkt (CDP) und deren Auslieferung an die Empfänger zeitlich und/oder mengenmässig so zu koordinieren, dass Einladungsprozesse und die dazugehörigen Aktivitäten eines typsichen Bestandslagers entfallen.
Es ist für jedes Unternehmen wichtig, mit einer mindestens den gesetzlichen Anforderungen entsprechenden Produktqualität die Sicherheit der Verbraucher zu gewährleisten und deren Vertrauen zu gewinnen. Dazu gehört auch die Fähigkeit, fehlerhafte Produkte schnell und gezielt aus der Versorgungskette entfernen zu können. In diesem Kontext definieren die EU-Verordnung 178/2002 sowie die schweizerische Gesetzgebung die allgemeinen Grundsätze und Erfordernisse des Lebensmittelrechts und der Lebensmittelsicherheit. Sie regeln die Rückverfolgbarkeit von Waren vom Vorlieferanten bis zur letzten Verkaufsstelle.
Dieser Ansatz zielt auf die optimale Auslastung vorhandener Logistikkapazitäten ab. Dabei wird eine logistische Einheit als der Zusammenschluss von Einzeleinheiten zu einer grösseren Einheit definiert. Nun erfolgt eine flächen- und volumenmässige Optimierung der logistischen Einheiten mit dem Ziel, eine durchgängig hohe Flächen- und Volumenauslastung der verfügbaren Kapazitäten zu erreichen. Damit haben effiziente logistische Einheiten entscheidenen Einfluss auf die Transport-, Lagerungs- und Handlingsprozesse entlang der gesamten Logistikkette.
Valentin K. Wepfer
Leiter Prozesse & Marketing/
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