Ursprung
Das System stammte ursprünglich aus den USA und wurde 1973 durch das Uniform Product Code Council (UCC) gegründet, das heute unter dem Namen GS1 bekannt ist. UCC führte eine 12-stellige Identifikationsnummer ein und 1974 wurde begonnen, die ersten Strichcodes in offenen Handelsumgebungen zu scannen.
Im Zuge des Erfolges des UPC Systems wurde 1977 die Europäische Artikelnummerierung (EAN), heute bekannt als GS1, gegründet. Ziel war die Entwicklung eines kompatiblen Systems, welches außerhalb von Nordamerika anwendbar ist.
Entworfen wurde das GS1 System, dessen Basis die Verwendung von 13-stelligen Nummern ist, als Erweiterung des UCC-Systems. Heute gibt es diverse Identifikationsschlüssel für die unterschiedlichsten Anwendungen auf der ganzen Welt.
Der Daten- und Warenverkehr heute
Moderne Formen des Daten- und Warenverkehrs zwischen den Betrieben und Unternehmen stützen sich in zunehmendem Masse auf Nummernsysteme und Strichcodes zur Identifikation der Adressen (Locations) und der Ware:
- In Preislisten und Katalogen sind Artikel durch die eindeutige Identifikation gekennzeichnet.
- Bei Bestellungen - per Formular oder elektronischem Datenaustausch (EDI) - dienen GS1-Nummern zur eindeutigen und unverwechselbaren Identifikation und der rationellen Übertragung. Beispielsweise werden auch juristische Einheiten, Aus- und Anlieferstellen, Rampen, uws., durch Lokationsnummern (GLN = Global Location Number) weltweit eindeutig gekennzeichnet.
- Die strichcodierte Identifikationsnummer an der Ware erleichtert die Lagerhaltung inklusive Ein-, Um- und Auslagerungen auf allen Stufen der Supply Chain.
- Die eindeutige Identifkation von logistischen Einheiten (Transporteinheiten) steuert die Ware zielgenau und rückverfolgungssicher auf ihrem oft vielstufigen Transportweg über Spediteure, Zentral- und Zwischenläger bis hin zum Empfänger.
- Der GS1-Strichcode auf der Verbrauchereinheit ermöglicht den automatischen Kassiervorgang sowie automatisierte Nachbestellungen im Handel mittels moderner Scannertechnik.
Das sind nur wenige Beispiele für derzeitige Anwendungen.
Das Prinzip - Die Philosophie
Das Prinzip ist immer gleich: Eine einheitliche, weltweit gültige und überschneidungsfreie Identifikation ersetzt in den Strichcodes und im elektronischen Datenaustasuch (EDI) die kostspielige Übertragung von Artikelbeschreibungen, Adressen oder sonstigen umfangreichen Detailinformationen. Die Nummern selbst sind nicht sprechend.

GS1-International koordiniert weltweit über 100 GS1-Organisationen. Die nationalen GS1-Organisationen sind autorisierte Stellen für die Vergabe der GS1-Basisnummern (GCP = Global Company Prefix). Die erteilten GS1-Basisnummern sind weltweit eindeutig und unverwechselbar.
Weltweit eindeutige Identfikation
Das GS1 System stellt weltweit eindeutige Nummern zur Verfügung, um Waren, Dienstleistungen, Sachgegenstände und Standorte zu identifizieren. Diese Nummern sind als Strichcodesymbole darstellbar, damit sie elektronisch eingelesen werden können, wo immer Geschäftsprozesse dies erfordern.
Entwickelt wurde das System, um die Einschränkungen von unternehmens-, organisations- oder branchenspezifischen Identifikationssystemen zu überwinden und so den Handel effizienter und aufgeschlossener dem Kunden gegenüber durchführen zu können.
Elektronischer Datenaustausch - EDI
Die im GS1 System verwendeten Identifikationsnummern werden auch zur elektronischen Datenübetragung (EDI – Electronic Data Interchange) verwendet. Der internationale Standard für den elektronischen Datenaustausch (EANCOM, Subset von UN/EDIFACT) bildet einen integrierenden Bestandteil des GS1 Systems.
Denn das ist die GS1-Philosophie: Scanning an vielen Stellen in der logistischen Kette und elektronische Kommunikation (EDI) gehören zusammen.
Zusatzinformationen
Neben den eindeutigen Identifikationsnummern stellt das System auch noch zusätzliche Informationen wie Mindesthaltbarkeitsdaten, Seriennummern und Chargennummern zur Darstellung in Strichcodes zur Verfügung. Zur Zeit dienen Strichcodesymbole als Datenträger, die aber durch neuere Technologien, wie Radiofrequenztransponder, ergänzt werden können. Jegliche Änderungen werden natürlich erst nach umfangreichen Befragungen und Beratungen und einer entsprechend langen Übergangsphase umgesetzt.
Branchenneutral
Das GS1 System wurde so gestaltet, dass es in jedem Wirtschaftszweig und in jeder Branche einsetzbar ist, wobei jede Systemänderung entsprechend eingeführt wird, damit die bereits bestehenden Anwendungen nicht beeinträchtigt werden.